[geh'! du kannst ja doch nicht bleiben]

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Friedrich Rückert: [geh'! du kannst ja doch nicht bleiben] (1827)

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Geh'! du kannst ja doch nicht bleiben;
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Warum willst du gleich nicht gehn?
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Warum willst du länger leiden,
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Ringen noch mit Todeswehn?
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Geh', der Schwester nachzueilen,
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Laß sie so allein nicht gehn!
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Willst du nicht das Bettchen theilen,
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Das ihr dort ist ausersehn?
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Säumst du lang? An ihrer Seiten
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Wird das Plätzchen dir entgehn;
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Denn viel Knäbchen deinesgleichen
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Sind's, die jetzo schlafen gehn.
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Und es wird dir keines weichen,
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Deinetwegen keins aufstehn,
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Wenn sie ihm den Platz bereiten
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Neben deinem Schwesterchen.
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Helfen wird dir dann kein Streiten,
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Dann wird helfen dir kein Flehn,
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Daß du sagest: Rück' bescheiden!
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Denn ich bin das Brüderchen.
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Darum lieber geh' beizeiten,
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Weil es einmal muß geschehn!
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Und es wird uns Trost ertheilen,
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Wenn wir auf den Kirchhof gehn,
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Ja, es wird das Herz uns heilen,
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Wenn bei Frühlingslüfte-Wehn,
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Eingefaßt von Blumenzeilen
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Wir dort eure Gräber sehn
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So vereint, wie eure beiden
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Bettchen in der Kammer stehn:
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Auch der Tod kann euch nicht scheiden,
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Ihr zwei Unzertrennlichen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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