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Sieh ich bin eine Magd des Herrn
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Das ist der Umfang und der Kern
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Der Jungfraunbildung nah und fern
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Die nur von Jesu Mutter lern'!
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Die recht Sophia, Weisheit heißt,
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Die lernt' es auch vom heil'gen Geist
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Spes, Fides, Caritas, das sind
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Glaub', Hoffnung, Lieb', der Weisheit Kind,
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Die kannten Umfang auch und Kern
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Der Jungfraunschule nah und fern
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Im: Sieh, ich bin die Magd des Herrn
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Und starben für den Glauben gern.
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Was du davon nicht weißt, das lern',
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Und bitte um den heil'gen Geist,
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Und tu, was dich die Mutter heißt,
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Und was der Vater haben will,
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Ganz unverdrossen, freudig, still,
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Der Mutter, die das Haus bestellt,
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Dem Vater, der dich nährt und hält,
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Der Mutter, die die Kirche heißt,
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Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist,
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Dem ein und andern folge mild,
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Denn eines ist des andern Bild.
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Wie Flachs, so den verwirrten Sinn
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Recht klopfe, breche, hechle, spinn'
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Zu einem Faden klar und fein,
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Dann wird's ein Tuch hübsch glatt und rein,
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Fürs Krippen- oder Wiegenkind
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So wie der Herr es tauglich findt.
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Putz' den Salat, belese rein
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Erbs', Lins', und Reis von Staub und Stein
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Das bringt's Gewissen noch so weit,
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Als Putz und als Belesenheit.
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Das Fleisch wasch', beiz' und mürb es klopf'
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Und schieb's zum Feuer und deck' den Topf,
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Dämpf', sied's und brat's, wirf weg den Schaum,
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Und denk an Zügel und an Zaum
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Den Tisch deck' immer ganz komplett,
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Die Nadel an der Serviett'
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Vergesse nicht, und halt dich nett
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Von Suppen und von Bratenfett.
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Denk daß das ein' das andre sei,
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Und sei nur erst im Kleinen treu,
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Wenn dir's nicht mehr vor Kleinem graut,
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Wird dir das Größre auch vertraut.
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Küß, drück' nicht viel den lieben Mier,
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Der Mensch ist ein kurioses Tier,
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Ein Maulekuß auch noch so rein
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Küßt Übels mehr als Guts hinein.
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Am Freitag fehl' nicht im Verein,
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Denk: Jesus litt heut ganz allein,
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Ich sitz' mit lust'gen Kindern warm
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Und nähe, daß sich Gott erbarm'!
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Das Schlachten mut't dir niemand zu,
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Drum nie den Hahn hilf schlachten du,
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Der früh die Magd herausgekräht,
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Wie's in der alten Fabel steht.
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Laß schlafen jene faule Magd,
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Nach der Sankt Niklas gar nichts fragt,
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Steh auf und grüß' den Morgenstern,
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Sprich: sieh, ich bin die Magd des Herrn!
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Und sei zur Kirche schnell bereit,
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Denk nicht, es ist noch lange Zeit,
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Denn, wenn man erst zusammenläut't,
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Dann kömmt Gericht und Ewigkeit.
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Und will der Kopf sich wie ein Pfau
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Ausspreizen, auf die Füß' nur schau,
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Und wollen die stolzieren gehn,
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Dann darfst du auf ein Kreuz nur sehn,
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Wie da die Schuld, die Lust, der Stolz
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Gegeißelt an ein schmählich Holz
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Die Unschuld angenagelt hat,
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Denk: ich gehör' an seine Statt.
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So denk und sei die Magd des Herrn,
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Sankt Niklas hat die Mägdlein gern
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Er warf dem Vater Geld ins Haus,
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Der steuerte drei Bräute aus.
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Näh', koch', back', bet', lieb', hoff', und glaub',
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Bringt hier und jenseits unter die Haub'!