[wer euch nichts bringt, hat nichts von euch zu hoffen]

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Clemens Brentano: [wer euch nichts bringt, hat nichts von euch zu hoffen] (1810)

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Wer euch nichts bringt, hat nichts von euch zu hoffen,
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Dem Erzschenk habet ihr den Hals gebrochen,
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Nur offner Hand stehn eure Ohren offen
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Und ohne Klingen hilft bei euch kein Pochen!

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Ein armer Krieger hat hier nichts zu holen,
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Ihr führet keinen Krieg, wo ihr nichts krieget,
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Und weil ihr blanken Klingen unterlieget,
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So ehrt ihr das Duell auf Goldpistolen.

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Die Poesie muß hier mit Armut leben;
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Sing' ich Sonette euch auch noch so nette:
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Ihr werdet nimmer Speise mir und Bette,
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Statt Geld für Verse Fersengeld nur geben.

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Ungern beherbergt ihr, und höchstens Ungern
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Aus Kremnitz, doch Erlanger müssen hungern;
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Nur für Zechinen ist die Zeche drinnen.

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Ein Ducka ist mir lieb, doch mit Dukaten!
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Souvrainen pflege ich für Severinen –
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Baronen ohne Bares nie zu dienen –
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Und kann mit Ahnen keine Hahnen braten!

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So nackt und kahl geh' ich von eurer Schwelle,
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So nüchtern, bar und blank in voller Klarheit,
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Als wär' ich, die ich singe, – selbst die Wahrheit,
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Denn nur Reale sind bei euch's Reelle!

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Mit Höhnen siehst du wie ich hier vergehe,
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Du Hofvolk, fressend Gold und Fleisch, wie Raben,
26
Von dir ist nichts, du bist zum Narrn zu haben,
27
Ich stand dein Narre hier, steh du, ich gehe!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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