Geschämig tritt die falbe

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Clemens Brentano: Geschämig tritt die falbe Titel entspricht 1. Vers(1817)

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Geschämig tritt die falbe
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Aurora vor das Himmelhaus
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Da legt die graue Schwalbe
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Fromm plaudernd ihr die Träume aus.

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Da sinken in das Blaue
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Der Sterne Geisteraugen ein
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Da wäscht sich in dem Taue
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Das Licht den Sonnenschleier rein.

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Mich weckend summt die Mücke
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Am Fenster, möcht zum Licht hinaus
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Da lenk' ich meine Blicke
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Auf einen Kirschenblütenstrauß.

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Der Strauß von dir gepflücket
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Er hielt die Blüten fest bis heut
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Doch hat sich heut gebücket
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Und seinen Schmuck umhergestreut.

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Die Blätter aber strecket
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Er frisch noch zu dem Lichte aus,
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Zum Licht, das mich erwecket
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Und dich und deinen treuen Strauß.

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Vergieb geliebtes Leben
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Daß ich zuerst an dich gedacht
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Kann ich zum Licht noch streben,
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So ist's, weil mir's in dir erwacht.

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Was wär' mir dann die Sonne
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Schien' sie nicht in die Augen dein,
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In ihnen wird sie Wonne
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In meinen wird sie Feuerpein.

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Wohin ich in der Kammer
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Die irren Blicke irren lass'
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Schlägt mahnend mir ein Hammer
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Ans schwere Herz ohn' Unterlaß.

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Die Bücher, und die Bilder
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Die geizig ich zusammentrug,
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Sie schreien immer wilder
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O stein'ger Acker, stumpfer Pflug.

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Die Steine wollt' ich wälzen
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Zu einer freien Aussicht Lust
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Es wuchs daraus ein Felsen
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Der fiel zurück auf meine Brust.

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Zerschmettert, unbegraben
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Lag ich in Wind und Wettersnot
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Es fraßen mich die Raben,
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Ich starb und starb doch nie zu Tod.

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Es wollt' kein Vogel singen
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Als wäre dieser Stein verflucht
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Es wollt' kein Quell entspringen
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Der meine heiße Kehle sucht.

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Nur Kröten, Ottern, Schlangen
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Umkrochen kalt mir meine Brust
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Daß Kühlung ich empfangen
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Selbst von dem grimmen Eckel mußt.

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Und wenn ich glühend weinte,
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Verzweiflung mich zu singen zwang
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Da lobten mich die Freunde
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Hohnlächelnd im Vorübergang.

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Heran wollt' keiner treten
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Den Stein zu wälzen von der Brust,
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Mit mir wollt' keiner beten,
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Und ich hab' kein Gebet gewußt.

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Da rang ich endlich blutig
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Die rechte Hand mir los und frei,
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Und schlug ein Kreuz gar mutig
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Daß Jesu mir barmherzig sei.

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O wundertätig Zeichen
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Du trugst die Sünde aller Welt
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Ich fühlt' die Last auch weichen
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Du warst als Stütze aufgestellt.

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Ein Vöglein kam gereiset
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Baut mir ein Dornennest ins Herz
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Das Vöglein Buße heißet
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Und sein Gesang heißt: bittrer Schmerz.

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Ein Gärtlein ich ihm baute
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Von herbem Kraut, heißt Reu und Leid
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Da fraß es von dem Kraute
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Trank meine Tränen allezeit.

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Und heißer ward sein Brüten,
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Das Dornennest in meiner Brust
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Fühlt' ich wie Feuer wüten
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Das dürstend still ich tragen mußt'.

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So lag ich da alleine
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Und hört' den Vogel, sah das Kraut
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Als plötzlich von dem Steine
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Ein kühler Quell herniedertaut.

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Da sah ich auf der Spitzen
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Des Steines in dem Sonnenschein
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Gar still mitleidig sitzen
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Dich liebes frommes Jungfräulein.

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Dem Quell, der mich erquicket
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Erschlossest du das Felsentor
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Aus deinen Augen blicket
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Die Gnade all, die ich verlor.

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Du siehst mit frommen Sinnen
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Dem Tanz der kleinen Fliegen zu
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Und gönnst den goldnen Spinnen
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Ihr schwebend Haus in Sonnenruh'.

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Den Käfer auf den Rücken
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Gefallen, richtest mild du auf,
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Schlägst sichre Blätterbrücken
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Der Ameise in ihrem Lauf.

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Du räumest auf den Stegen
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Die Steine aus des Wandrers Schritt
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Und tiefst auf irren Wegen
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Die Spur mit deiner Füße Tritt.

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Du richtest längs dem Pfade
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Die sturmgebeugte Ähre auf
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Und wirfst das zum Gestade
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Gehüpfte Fischlein in den Lauf.

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Du wärmst mit deinem Hauche
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Das nestentfallne Vögelein
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Und sammelst von dem Strauche
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Zum Bett ihm zarte Wolle ein.

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Und seinen Eltern streuest
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Du deines Brodes Krümlein aus
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Weinst mit dem Leid und freuest
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Dich mit der Lust in Gottes Haus.

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Deckst selbst das Nest der Schlangen
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Flehst selbst der Kröte um ein Schild
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Siehst du die Spinne hangen
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Feindselig überm Ekelbild.

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Mein Weh hast du gespüret
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Und riefst den Sünder gern zu Gast
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Den Stein hast du gerühret,
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Er weichet schon ich atme fast.

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Mein Durst hat dich gezogen
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Und deine Tränen flossen mir
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Die ersten Gnadenwogen
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Entsprangen mir von dir, von dir.

129
Ich las aus deinen Blicken
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Daß Gottes Lieb unendlich ist
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Dein Mund konnt' mich erquicken
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Er sprach und sang von Jesu Christ.

133
Du sprachst: »Wie einst auf Erden
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Der Feind den lieben Herrn versucht
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Daß Stein zu Brot sollt' werden
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Hast du bei Jesu auch gesucht.

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Du lebst nicht nur vom Brode
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Nein auch vom Wort aus Gottes Mund
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Dich macht vom innern Tode
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Die Liebe Jesu nur gesund.

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Der Stein, der dich erdrücket
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Ist greulich vor der Seele mein
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Doch hab' ich ihn gerücket
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O glaub und Gott wird gnädig sein.«

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Da glaubt' ich und den Riegel
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Schobst du hinweg vom Himmelstor
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Und gabst dem Felsen Flügel
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Und trugst ihn über mir empor.

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Doch lieg' ich noch zerschlagen
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Und treu noch pflegst du mich lieb Kind
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Bis auf Eliae Wagen
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Ich endlich deinen Himmel find'.

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So Herz! mußt' ich heut morgen
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Als ich zum Lichte aufgewacht
155
Die Liebe von dir borgen
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Die ich dem Schöpfer zugedacht.

157
So hab' ich Gott gedanket
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Daß er dich auch erwachen läßt
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Wer schwer gefallen, wanket
160
Und hält den Stab mit Ängsten fest.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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