Tiroler Wetter und Barometter beim Aufstand gegen die Franzosen

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Clemens Brentano: Tiroler Wetter und Barometter beim Aufstand gegen die Franzosen (1813)

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Treibt mit der Ofengabel
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Die Natur nur hinaus,
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Ihr seid's nit kumpabel,
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Sie findt sich nach Haus.

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Zur Frühe heut guckte
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Mein Stutzen ich an,
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Potz Schlakri, da zuckte
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Von selber der Hahn.

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Da wurd' mir's ganz schwüli,
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Ich mach's Fenster glei auf,
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Von Salzburg weht kühli
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A Lüftli herauf.

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Das reißt mir in der Stuben
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Den Apoli von der Wand,
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Und schmeißt ihn auf'n andern
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Der unter ihm stand.

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Es wollt' halt nit ruhen,
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Es tät halt an Schlag,
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Daß hinter der Truhen
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In Stücken er lag.

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Französische Nägel
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Sind weich wie a Dreck,
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Kaum trifft sie der Schlegel,
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So ist der Kopf weg.

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Am Steierschen Kloben
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Mei Stutzen fest hangt,
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Der Wind tut dran toben,
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Daß es hin und her schwankt.

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Nu raus aus dem Kasten
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Meim Franzl sei Porträt,
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Sollst länger nit fasten,
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Nu kommst du ans Brett.

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Gleich unter meim Herrgott
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Wo's gewaltig gut hangt,
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Nu nehm' ich mein Stutzen,
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Weil's zu mir verlangt.

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Es sind heut die Mucken
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Ganz toll aus der Weis',
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Das Dach tut mich drucken,
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Ich mach' mich auf die Reis'.

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Es zeigt's der Kalender,
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Es krähet's der Hahn,
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Daß's Wetter sich änder',
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Ich schau's an der Fahn.

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Ich schau's an der Alpen
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Da hangt so a Duft,
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Am Grund streicht die Schwalben
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Als hätt' sie kein Luft.

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Franzosen und Ferkel,
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Wie wühlens' in der Erd,
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Wie druckens' sich z'sammen,
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Weil der Adler niederfährt.

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Mein Dientl sein Katzen,
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Die hat's am Geruch,
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Sie leckt sich die Bratzen,
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Es kommt halt Besuch.

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Es ist a Gezwitzer
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Es ist so a Zeit,
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Im Schnee a Geblitzer,
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Als wär 'der Adler nit weit.

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Der Adler, der Kaiser,
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Der gewaltig groß Freund,
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Der Franzel, der Vater,
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Der's gut mit uns meint.

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Ich mein' halt, mei Himmel,
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Ich mein' halt, mei Erd,
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Ich mein' halt, das Landel
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Dem Franzel gehört.

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Ihr habt mir's gelaugnet
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Mit Händ und mit Füß,
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Doch hat mir's behauptet
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Mei Stutzen für g'wiß.

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Mein Stutzen ist wahrhaft,
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Er fehlet mir nicht,
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Er denkt, wie ich selber,
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Sagt's jedem ins G'sicht.

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Und wer ihm nicht glaubet,
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Dem bringt er's halt bei,
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Den Stein aufgeschraubet,
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Mit Pulver und Blei.

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Französische Mucken,
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Nu packt's euch hinaus,
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Nu lüft' ich mit Pulver
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Mei'm Kaiser sei Haus.

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Ich schieß' nu den Vogel
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Von der Herberg, ihr Leut',
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Voll Flöh war sei Streuen,
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Und doppelt sei Kreid'.

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Potz Schlakri ihr Buben,
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Nu werfet die Säu'
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Hinab in die Gruben
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Und hebt's a Geschrei.

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Nu packt's euch nur außi,
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Franzosen, Juchhe!
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Nu mach' ich mich mausi,
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Mein Adler ich seh',

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Er ruft wie a Glocken
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Zur heil'gen Kirchfahrt,
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Schwebt blau, wie a Locken
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Aus'm Herrgott sei'm Bart.

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Auf d'Knie fallt's nu nieder,
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Und danket's all Gott,
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Er hilft uns schon wieder
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Aus'm feindlichen Spott.

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Nu außi die Stutzen
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Und jaget's die Gäst,
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Wir müssen ausputzen
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Unserm Adler sei Nest.

109
Es gehört ja beim Schlakri,
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Kein Pfau und kein Sau,
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Kein Wiedhopf, kein Guckuck,
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Im Adler sein Bau.

113
Nu hussau nu hussau,
114
Nu pürscht sie hinaus,
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Und stürzt auch a Gamsel,
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So macht's euch nichts draus.

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Wir haben unsre Sachen
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Auf Treuheit gestellt,
119
Wir duzen den Herrgott,
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Und Kaiser und d'Welt.

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Wir tragen's Gewandel
122
Wir tragen den Hut,
123
Schon viel hundert Jahr lang,
124
Und sie halten sich gut.

125
Wir stehn auf den Hacken
126
So fest wie die Berg,
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Und tragen auf'm Nacken
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Die Zeit, wie an Zwerg.

129
Wir haben's getragen,
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Wie en meisterlos Kind,
131
Nu aber wir schlagen
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Ihr eins um den Grind.

133
Potz Schlakri ihr Buben
134
Dem Sandwirt sein Sohn,
135
Steht auch bei den Preußen,
136
Und giebt's kein Pardon.

137
Der Riedl und sei Bruder
138
Sind auch mit dabei,
139
Die greifen's von außi,
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Und machen uns frei.

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Gemalt auf der Dosen
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Tragens' den Hofer im Sack,
143
Und bietens' den Franzosen
144
Schneeberger Tabak.

145
O Hofer, mein Hofer,
146
Du gewaltiger Freund
147
Du bist nu im Himmel,
148
Wo die Sonn' runterscheint.

149
Sankt Jörg ist ein Ritter
150
Im englischen Heer,
151
Der hängt halt dein Stutzen
152
Nu neben sein Speer.

153
Du hast auch den Lindwurm
154
Gen den er sich g'setzt
155
Oft sakrisch im Landsturm
156
Zusammengefetzt.

157
O Hofer, mein Hofer
158
Sei unser Patron,
159
Leg' für uns a Bitt ein
160
Im himmlischen Thron.

161
Komm zu uns auf Urlaub,
162
Und hilf uns im Streit,
163
Und bring uns a Fahndel
164
Im Himmel geweiht.

165
Speckbacher, Speckbacher
166
Nu merken wir dich,
167
Du bist halt a Streiter,
168
Und kennst halt die Schlich,

169
Der Adler schon setzet
170
Auf'n Gletscher sich hin,
171
Den Schnabel er wetzet,
172
Da kommt die Lawin'.

173
Nu bückt's euch Franzosen,
174
Nu kömmt die Lawin',
175
Der Stoß kömmt von Moskau
176
Über Preußen und Wien.

177
Und größer und größer
178
Kömmt's niedergebraust
179
Nu ludelt ihr Dienteln,
180
Daß's den Kindern nit graust.

181
Apoli, Apoli
182
Das Eis taut nu auf
183
Nu läuft dir halt 's Wasser
184
Auf d'Windmühl' hinauf.

185
Nu schickt's mit Faschinen
186
Den Wasserbaron,
187
Und laßt's ihn besprechen
188
Mit der Ehrenlegion.

189
Ganz anders läuft's Wasser,
190
Wo Gott drüber kreist
191
Als Wasser, wo der Hoffart
192
Das Geld hineinschmeißt.

193
Nu führt's Luminaten
194
Noch d'Welt hinters Licht,
195
Nu woll' auch Gott gnaden
196
's Laternel zerbricht.

197
Nu schickt's den Sterngucker
198
Den Allerweltsfreund
199
Und laßt's ihn taxieren,
200
Wie der Apolistern scheint.

201
Nu helfet's ihr Buben
202
Der Lawinen herab,
203
Französische Ruben
204
Ein tirolisches Grab.

205
Hinunter, hinunter
206
Wo's steil und wo's schmal,
207
Mit französischem Plunder
208
Vom Berg in das Tal.

209
Die Wildwasser wälzen
210
Sie durch Distel und Dorn,
211
Es stürzen die Felsen
212
Sich drüber im Zorn.

213
Ein Engel ganz feurig
214
Steht drauf und ruft aus:
215
Gott ist kein Franzos nicht,
216
Drum schmeißt sie hinaus.

217
Ins heil'gen Gott's Namen
218
Mei Dientel gute Nacht,
219
Vater unser und Amen,
220
Daß es blitzet und kracht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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