[ach nimmer will es in dem Herzen schweigen]

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Clemens Brentano: [ach nimmer will es in dem Herzen schweigen] (1799)

1
Ach nimmer will es in dem Herzen schweigen
2
Es treibt mich fort, fort aus des Lebens Mitte;
3
Wo eil' ich hin, wer leitet meine Schritte,
4
Das ferne weite Ziel noch zu erreichen?
5
All mein Leben,
6
Holder Frühling,
7
Morgenröte,
8
Abendschimmer,
9
Immer weiter abwärts schweben.

10
O stehe still du eilender Gedanken,
11
Laß mich in Deine klaren Augen sehen,
12
Daß alle meine Leiden dann vergehen.
13
O weile, sieh, ich kann nicht weiter wanken.
14
Ach, erbarme
15
Dich der Liebe,
16
Die die Sinne
17
Mir gelöset;
18
Laß mich ruhn in Deinem Arme.

19
Die Füße hab' ich blutig schon gegangen,
20
Die Sonne brennt so heiß auf mich hernieder,
21
Und immer finde ich den Kummer wieder,
22
Bin ewig in dem Leben eingefangen.
23
Niemals weilen
24
Seine Schritte,
25
Vor mir fliehet
26
Sein Gebilde;
27
Nimmer kann ich ihn ereilen.

28
Mein Denken all in Liebe ist ertrunken,
29
Und überall seh' ich den Mächt'gen stehen,
30
Und überall hör' ich ihn mich verschmähen;
31
Bin stets in tiefen bangen Schmerz versunken.
32
Von dem Glücke
33
Ihn zu hören,
34
Seine Blicke
35
Aufzufangen,
36
Blicket nie ein Strahl zurücke.

37
Da sitz' ich weinend nun an fremder Schwelle,
38
Und harr' und hoffe, was ich nie erreiche,
39
Was ich im Herzen tief und still verschweige;
40
Und nimmermehr wird mir die Aussicht helle.
41
Muntre Lieder,
42
Freudig Lachen,
43
Frohe Blicke,
44
Leichte Sinne,
45
Nimmer kehren sie mir wieder.

46
So möge denn die Blume niedersterben,
47
Die ohne Nahrung sich hinabgehärmt,
48
Die nie ein goldner Sonnenstrahl erwärmt;
49
Ich habe nur gelebet zu verderben.
50
Frohes Leben
51
Ihn umschlinge
52
Dicht mit Freude;
53
Von der Armen
54
Sollst Du nie ihm Kundschaft geben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.