Der Himmel grau, die Erde weiß

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Franz Grillparzer: Der Himmel grau, die Erde weiß Titel entspricht 1. Vers(1826)

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Der Himmel grau, die Erde weiß,
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Die Bäume kahl, die Büsche Gereis,
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Ihr Lächeln den Fluren genommen.
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Mag zagen, wer will, mir wallet es heiß,
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Ich nenne willkommen dich, blinkendes Eis,
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Dich, starrender Winter, willkommen.

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Als noch die Menschheit im Lenze lag,
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Da stand ihr wohl ein Frühlingstag,
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Nun mag sie sich anders erweisen.
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Willkommen, ihr Felder, erstarrt und beschneit,
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Wir leben ja doch in eiserner Zeit,
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Wohl paaret sich Eis zu dem Eisen.

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Des Dichters Leier verklingt, verstummt,
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Kaum daß noch die Klage wie Heimchen summt,
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Kein Spiel, kein Preis, kein Sieger.
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Drum fort ins Freie, die Waffe zur Hand,
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Das Rohr gehoben, den Hahn gespannt,
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Als Jäger, wenn nicht als Krieger!

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Und wenn es knallt und wenn es trifft,
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So denkt, es seien, die kochten das Gift,
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Im Finstern horchen und harren.
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O Winter der Fluren! stürme nur zu,
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Der Geister Winter ist kälter als du,
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Er tötet, du machest nur starren!

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Nur abends, daheim am Feuerherd,
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Da sei euch ein einziger Seufzer gewährt
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Nach Lenz und Blüten und Früchten;
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Des Morgens aber von neuem hinaus,
29
In Jagdgetos und Sturmgebraus,
30
Die Zwietracht des Innern zu schlichten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Franz Grillparzer
(17911872)

* 15.01.1791 in Wien, † 21.01.1872 in Wien

männlich, geb. Grillparzer

österreichischer Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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