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Die junge Dirne kehrt, sobald die Sonne
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Sich neigt, vom Feld nach Haus,
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Ihr Bündel Gras zu Häupten, in der Hand
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Von Rosen und Violen einen Strauß,
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Und freut sich schon, daraus
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Morgen am Sonntag wieder
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Den Schmuck für Haar und Mieder zu gewinnen.
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Sitzt vor der Thür das Mütterchen und spinnt
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Und schaut gen Abend, wo der Tag verglüht,
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Und plaudert von den eignen jungen Tagen,
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Wo sie am Feiertag sich auch geputzt hat
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Und schlank noch und geschwind
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Am Abend dann zu tanzen pflag mit Denen,
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Die ihrer schönsten Zeit Gefährten waren.
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Schon aus der Höhe sinkt
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Tiefblaue Dämmrung, und die Schatten fallen
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Von Dächern und von Hügeln,
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Da silbern jetzt der neue Mond erblinkt.
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Und nun beginnt die Glocke
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Den Festtag einzuläuten,
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Und bei dem Klange zieht es
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Wie Trost in alle Seelen.
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Die Knaben, die in Haufen
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Dort auf dem Platze jauchzen
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Und hier- und dorthin laufen,
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Wie lachen sie und lärmen!
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Indessen kehrt zu seinem dürft'gen Tisch
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Der Pflüger pfeifend heim
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Und denkt bei sich an seinen Ruhetag.
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Dann, wenn erloschen jedes Licht ringsum
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Hörst du den Hammer klopfen, hörst die Säge
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Des Zimmermanns, der wacht
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In der verschlossnen Werkstatt und beim Lämpchen
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Sich sputet, daß die Arbeit
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Noch fertig werde, eh' der Tag sich röthet.
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Dies ist der liebste von den sieben Tagen,
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Voll Hoffnung, voller Wonne.
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Es bringt die neue Sonne
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Trübsinn und Langweil; Jeder denkt im Stillen,
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Daß wieder sich erneu'n die alten Plagen.
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Dein Blütenalter gleicht
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Solch einem heitren Tag, so klar und froh,
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Und wenn er dann entfloh,
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Hast deines Lebens Sonntag du erreicht.
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Genieß ihn, Kind; gar süß ist diese Zeit,
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Und Jeder lebt sie gerne.
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Mehr will ich dir nicht sagen. Doch daß ferne
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Dir noch dein Sonntag, sei es dir nicht leid!