XxIII. Nachtgesang eines wandernden Hirten in Asien

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Giacomo Leopardi: XxIII. Nachtgesang eines wandernden Hirten in Asien (1817)

1
Was machst du, Mond, am Himmel? Sag, was machst du,
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Du ewig stiller Mond?
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Am Abend erst erwachst du
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Und wanderst durch die Oede, und dann ruhst du.
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Bist du's nicht satt, von Neuen
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Die immergleichen Pfade hinzugehen?
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Entleidet dir's noch nicht, kann dich noch freuen,
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Die Thäler hier zu sehen?
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Wie ähnlich doch dem deinen
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Ist eines Hirten Leben!
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Früh muß er sich erheben,
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Die Heerde treiben übers Feld und sieht
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Heerden und Au'n und Quellen;
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Dann ruht er müde bei des Abends Schimmer,
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Und Andres hofft er nimmer.
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Sag mir, o Mond: uns Andern
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Was frommt uns dieses Leben
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Und euer Leben euch? Sag, wohin zielt
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Mein kurzes Schweifen hier
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Und dein unsterblich Wandern?

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Ein Greis, grau und gebrechlich,
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Nur halb bekleidet, barfuß,
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Den Rücken unter schwerer Last gebeugt,
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Der über Berge keucht,
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Durch Klüft' und Klippen, tiefen Sand und Hecken,
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Im Sturm, im Ungewitter, wenn die Luft
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Glüht oder eisig glastet, –
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Er läuft und läuft und hastet,
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Setzt über Ström' und Sümpfe,
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Fällt hin, steht wieder auf, eilt mehr und mehr,
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Zerfetzt, blutrünstig, bis er endlich anlangt,
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Wohin der Weg und dessen
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Vielfache Mühsal einzig hingelenkt,
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Zum unermessnen Abgrund,
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Und stürzt hinab, zu ewigem Vergessen.
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O keuscher Mond, dies eben
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Ist unser Menschenleben.

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Schwer tritt ein Mensch ans Licht,
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Und tödlich oft ist das Geborenwerden.
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Von Leiden und Beschwerden
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Wird er empfangen. Gleich zu Anbeginne
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Mühn sich die Eltern beide,
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Das Kind zu trösten, daß es nun soll leben,
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Und wächs't es dann, so pflegen
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Und hegen sie's und suchen, wie sie können,
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Es leichter ihm zu machen,
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Das Unglück, daß dem Leide
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Der Mensch verfallen ist trotz seinem Streben.
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Nichts Bessres weiß zu geben
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Der Eltern Lieb' und Treu' uns Armen, Schwachen.
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Allein warum entfachen
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Den ersten Lebensfunken,
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Wenn Trostes wir bedürfen, daß wir leben?
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Warum, wenn Leben Pein,
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Verdammt man uns zum Sein?
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O reiner Mond, das eben
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Ist unser Menschenleben.
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Du aber bist nicht sterblich
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Und wirst kaum Acht auf meine Klage geben.

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Doch du, einsame, ew'ge Wandlerin,
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Gedankenvolle, du vielleicht verstehst,
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Was dieses Erdenleben,
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Dies unser Leiden soll und unser Bangen,
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Was unser Tod bedeute, dieses letzte
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Erblassen unsrer Wangen,
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Dies von der Erde Schwinden und Entschweben
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Aus jedem Kreise, der uns traut umfangen.
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Du sicherlich verstehst
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All das Warum der Dinge, was der Morgen
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Für Frucht bringt und der Tag
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Und dieser stumm endlose Lauf der Zeit;
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Du weißt, du sicher, welchem holden Lieb
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Der Lenz zulächeln mag,
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Wem gilt des Sommers Glut, und was bezwecken
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Des Winters eis'ge Schrecken;
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Du weißt ja tausend Dinge, deren Kunde
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Dem schlichten Hirten tief verborgen blieb.
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Oft wenn ich dich betrachte,
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Wie stumm du dastehst überm öden Plan,
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Deß ferner Umkreis an den Himmel grenzt,
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Oder wie du mir folgst,
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Wenn ich die Heerde treibe sacht voran
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Und seh' die Stern' erglänzen dicht und dichter,
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Frag' ich mich in Gedanken:
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Wozu so viele Lichter?
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Was soll das weite Luftmeer, jener tiefe
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Endlose Aether? Was bedeutet diese
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Gewalt'ge Einsamkeit? Und ich, was bin ich?
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So grübl' ich bei mir selbst; und für dies Haus,
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So grenzenlos und herrlich,
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Für seine zahllos wimmelnden Bewohner,
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Dann für so vieles Mühn, so vieles Regen
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Der Wesen all', die Erd' und Himmel faßt,
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Umkreisend ohne Rast,
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Um doch zum Ausgang stets zurückzukehren,
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Vermag ich weder Grund
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Noch Zweck zu ahnen. Aber dir gewiß,
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Göttliche Jungfrau, ist dies Alles kund.
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Mir ist nur das bewußt,
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Daß von dem ew'gen Kreisen
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Und meinem schwachen Sein
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Vielleicht ein Andrer Lust
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Und Vortheil hat; mir ist das Leben Pein.

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O meine Heerde dort, wie bist du glücklich,
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Weil du dein Elend schwerlich wohl verstehst.
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Wie muß ich dich beneiden,
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Nicht bloß, weil von Beschwerden
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Beinah befreit du gehst
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Und aller Mühn und Fährden
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Und jeder höchsten Angst so bald vergissest,
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Nein, mehr noch, weil dich Langweil nie befällt.
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Wenn du im Schatten lagerst, auf der Wiese,
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Still und zufrieden bist du
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Und bringst in solcher Art
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Den langen Sommer ungelangweilt hin.
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Und ich auch sitz' im Schatten hier im Feld,
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Doch Ueberdruß befällt
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Mein Herz, und stachelnd wühlt in mir ein Weh,
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Daß ich, hier ruhend, ferner bin als je
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Von Ruh' und Rast und Frieden.
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Und dennoch wünsch' ich Nichts
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Und hatte nie zum Weinen Grund bis heut.
123
Was
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Ich weiß es nicht; doch hast du dein Behagen.
125
Mir ist nicht Viel beschieden
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An Glück; doch darum klag' ich nicht allein.
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Nur, wenn du sprechen könntst, möcht' ich dich fragen,
128
Warum, o liebe Heerde,
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In Muße jedes Thier
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Sich fröhlich mag begnügen,
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Und mir's zur Last wird, hier so still zu liegen?

132
Vielleicht, wenn ich mit Flügeln
133
Mich über Wolken schwingen
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Und einzeln all die Sterne könnte zählen,
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Oder dem Donner gleich auf Bergen schweifen,
136
Wär' ich beglückter, meine traute Heerde,
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Wär' ich beglückter, heller Mond dort oben.
138
Doch irrt vielleicht der Sinn,
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Der neidisch blickt nach andern Loosen hin.
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Vielleicht in Wieg' und Hürde,
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Und ob man niedrig sei, ob hoch erhoben,
142
Ist Allen

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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