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Am frühen Tage, wenn mit Flügelschlagen
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Die Henne munter im verschlossnen Hause
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Sich regt und gackert und der Landbewohner
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Auf den Altan hinaustritt, während zitternd
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Die Sonnenpfeile durch den Tropfenfall
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Des Nebels dringen, weckt der Regen mich,
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Sacht an das Fenster meiner Hütte klopfend.
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Da steh' ich auf, und jene leichten Wölkchen,
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Der Vögel erstes Zwitschern und die Frische
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Der Lüfte segn' ich und die heitren Fluren.
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Denn euch, der Stadt unsel'ge Mauern, sah ich
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Nun lang genug und weiß: in euch ist immer
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Dem Schmerz der Haß gesellt; ach, und in Schmerzen
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Leb' ich und sterbe so – wohl bald! Nur hier,
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In diesen Stätten, gönnt Natur, wie karg auch,
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Ein stilles Mitleid mir, dem sie dereinst
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So huldvoll sich bewies! Und du auch wendest
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Vom Unglück ab den Blick; auch du verschmähst
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Die Armen und Beladnen, o Natur,
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Und huldigst nur dem Glück. So bleibt im Himmel
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Kein Freund und auf der Erde keine Zuflucht
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Dem Unglücksel'gen als ein scharfer Stahl.
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Zuweilen rast' ich einsam irgendwo
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Auf einem Hügel, an des Weihers Saum,
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Von traurigstummen Pflanzen rings umkränzt.
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Dort, wenn der Mittag sich an Himmel neigt,
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Spiegelt ihr ruhig Bild die hohe Sonne,
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Im Winde regt sich weder Halm noch Blatt,
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Kein Wellchen kräuselt sich, kein Heimchen hörst du,
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Nicht einen Vogel schwirren im Gezweig;
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Kein Falter flattert, weit und breit, vernimmst
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Und siehst du Nichts, was tönt und sich bewegt.
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Um diese Ufer webt die tiefste Ruhe,
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Daß fast der Welt und meiner selbst vergessend
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Ich reglos sitze, ja mir ist, als wären
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Die Glieder mir gelös't, kein Hauch, kein Fühlen
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Bewegte sie, und ihre alte Ruhe
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Verschmölze mit der Stille dieses Orts.
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O Lieb', o Liebe, wie so weit entflohst du
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Von dieser Brust, die einst so warm gefühlt,
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Ja, glühend heiß! Mit seiner kalten Hand
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Ergriff das Unglück sie, bis sie vereis'te
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Im Flor der Jahre. Jener Zeit gedenk' ich,
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Da du mein Herz durchbebtest, jener süßen,
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Ewig verlornen Zeit, wo sich zuerst
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Dem jungen Blick der Schauplatz dieser armen,
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Unsel'gen Welt eröffnet, mit dem Lächeln
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Des Paradieses. Ach, jungfräulich Hoffen
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Und süße Sehnsucht macht das Herz des Jünglings
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Im Busen klopfen, und der arme Mensch
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Schickt sich zur Arbeit dieses Lebens, wie
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Zu Tanz und Spiel. Doch kaum, o Liebe, war
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Ich deiner inne worden, als das Schicksal
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Mein Leben schon zerbrach, und diesen Augen
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Nichts mehr geziemt', als für und für zu weinen.
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Zuweilen nur, wenn auf den Frühlingsfluren,
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Beim stillen Frühroth, oder wenn im Glanz
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Der Sonne Dächer, Au'n und Hügel schimmern,
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Ich eines holden Mädchens Antlitz schaue,
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Oder so oft ich in der milden Ruhe
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Der Sommernacht den Schritt, der ziellos schweift,
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Anhaltend vor des Dorfes kleinen Hütten
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Das öde Land betrachte, und ein Mädchen,
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Das noch die Nacht zu ihrer Arbeit nützt,
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Mit heller Stimme im verlassnen Zimmer
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Zu singen anhebt: plötzlich klopft mir stürmisch
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Dies schon versteinte Herz; doch ach, wie bald
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Sinkt es zurück in seine eh'rne Dumpfheit,
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Denn allem Süßen fremd ward diese Brust.
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O holder Mond, bei dessen sanftem Strahl
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Im Wald die Hasen tanzen, – und der Jäger
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Schilt dann des Morgens, wenn er alle Fährten
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Verwirrt und trüglich findet und die Spur
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Vom Nest des Wildes ablenkt, – sei gegrüßt,
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Du güt'ge Herrscherin der Nacht! Es gleitet
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Verhaßt dein Strahl durch Wald und Klippen oder
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In öde Trümmer auf den Dolch herab
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Des bleichen Räubers, der gespannten Ohrs
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Auf das Geräusch der Räder und der Rosse
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Von ferne lauert, oder auf den Fußtritt
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Im stillen Hohlweg; plötzlich mit dem Klirren
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Der Waffen und dem rauhen Ruf der Stimme
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Und der geschwärzten Larve macht zu Eis er
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Des Wandrers Herz erstarren, den er blutend
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Und nackt im Dickicht läßt. Verhaßt begegnet
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Dein weißes Licht dort in der Städte Gassen
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Dem feigen Buhler, der entlang den Mauern
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Der Häuser schleicht und im verstohlnen Schatten
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Sich hält und plötzlich stehen bleibt, erschreckt
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Vom Strahle der Laternen und der offnen
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Balcone. Arger Menschenbrut verhaßt,
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In diesen Fluren, wo du Andres nicht
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Als heitre Hügel, weitgedehnte Felder
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Dem Auge zeigst. Und dennoch pflegt' ich einst,
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Obwohl ich schuldlos lebte, deinen zarten
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Strahl zu verwünschen an bewohnten Stätten,
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Wenn er dem Blick der Menschen mich verrieth,
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Menschliche Formen meinem Aug' enthüllte.
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Nun will ich stets dich preisen, mag ich durch
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Gewölk dich schwimmen sehen, oder heiter
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Als Königin des hohen Aetherraumes
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Zum Thränenthal der Menschen niederblicken.
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Mich wirst du oft noch schauen, stumm und einsam
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Durch Wälder irrend und durch grüne Ufer,
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Oder im Grase sitzend, hochzufrieden,
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Wenn Kraft und Athem nur zum Seufzen bleibt!