Mein Vaterland, ich seh' die Mauern ragen

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Giacomo Leopardi: Mein Vaterland, ich seh' die Mauern ragen Titel entspricht 1. Vers(1817)

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Mein Vaterland, ich seh' die Mauern ragen,
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Die Bogen, Säulen, Bildnisse, die leeren
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Thürme der Väterzeit;
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Doch seh' ich nicht den Ruhm,
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Den Lorbeer und das Schwert, die sie getragen,
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Die großen Ahnen. Machtlos, dich zu wehren,
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Mit nackter Brust und Stirne trägst du Leid.
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Weh, welche Wunden seh' ich
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Und Todesblässe! Muß ich so dich schauen,
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Du aller Frauen schönste? Sagt, o sagt,
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Euch, Erd' und Himmel, fleh' ich:
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Wer hat ihr das gethan? und wer – o Grauen! –
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Belastet' ihr mit Ketten beide Arme,
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Daß sie gelös'ten Haars, von Gram zernagt,
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Am Boden sitzt, verlassen, schleierlos,
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Und ihr Gesicht, die Arme,
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Im Schooße birgt und weint?
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Ja, wein', Italien! Du hast Grund zu weinen;
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Dir fiel das herbe Loos,
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An Glück und Elend unerreicht zu scheinen!

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Und wären deine Augen Wasserbäche,
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Nie könntest du mit Zähren
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Den Abgrund füllen deiner Noth und Schmach.
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Die Herrin war, nun trägt sie Magdgewand.
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Wer schriebe oder spräche
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Von dir, der nicht, gedenk der alten Ehren,
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Wehklagte: Klein ward, die wir groß genannt!
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Warum? Warum? Ging deine Kraft in Stücke?
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Wo sind die Waffen, wo dein Siegerglauben?
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Wer nahm das Schwert dir ab?
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Und welcher Macht gelang es, welcher Tücke,
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Den Mantel dir zu rauben
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Und deiner Stirn das goldne Band, du Schöne?
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Wie stürztest du hinab
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So tief von solcher Höh' und brachst zusammen?
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Und Niemand schirmt dich? Keiner deiner Söhne
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Steht für dich auf? Ha, Waffen! Ich allein
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Will in den Kampf, will kämpfend für dich fallen;
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Du aber, Herr, laß Flammen
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Aus meinem Blut in alle Herzen wallen!

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Wo sind sie, deine Söhne? Hör' ich nicht
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Von Waffen, Schlachtruf, Pauken helle Klänge? –
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Ach, fern von dir verspritzen
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Ihr Herzblut deine Kinder.
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Auf, auf, Italien! Ist's ein Traumgesicht?
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Nein! Dort zu Fuß, zu Rosse – welch Gedränge,
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Und Rauch und Staub und heller Klingen Blitzen,
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Wie Wetterstrahl am Himmel!
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Ist dir's kein Trost? Bang kehrst du vom Gefechte
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Die Augen ab, noch eh' Entscheidung winkt?
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Was soll dort das Getümmel
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Italischer Jugend? O ihr ew'gen Mächte,
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Dort kämpft für fremdes Land Italiens Schwert! –
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Weh dem Unsel'gen, den der Krieg verschlingt
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Nicht kämpfend um die heimischen Gefilde,
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Für Weib und Kind und Herd,
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Nein, gegen Feinde Fremder
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Und fern; nicht sinkt er mit dem Rufe nieder:
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O Heimath, hehr und milde,
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Dies Leben, dein Geschenk, – hier nimm es wieder!

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Ihr holden, glücklichen, gepries'nen Tage
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Der Vorzeit, wo in Schaaren
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Das Volk zum Tod fürs Vaterland sich drängte,
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Und du, Thessaliens Bergschlucht, stets umflutet
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Von Ruhmeshauch und Klage,
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Wo Persien und das Schicksal schwächer waren
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Als jenes Häuflein, frei und hochgemuthet!
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Hört nicht der Wandrer hier Gesträuch und Flut
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Und Fels und Bergeshöhe sich erzählen
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Mit heimlich dunkler Stimme,
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Daß hier die Schaar der Unbesiegten ruht,
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Die hochgesinnten Seelen
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Der ihrem Hellas heilig Zugeschwor'nen?
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Damals in feigem Grimme
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Floh Xerxes durch den Hellespont zurück,
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Ein Spott und Hohn den fernsten Nachgebor'nen,
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Und von Antela's Hügel, wo im Tode
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Die heil'ge Schaar ein ew'ges Leben fand,
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Sah mit erhobnem Blick
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Simonides hinaus auf Meer und Land.

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Und beide Wangen überthaut von Zähren,
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Die Brust beklemmt, indeß die Füße wanken,
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Die Leier in der Hand,
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Singt er; »O ihr Beglückten,
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Die ihr die Brust preisgabt den Feindesspeeren
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Für sie, der ihr das Leben habt zu danken,
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Euch preis't die Welt, euch segnet Griechenland.
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Wie heiße Liebe trieb
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Euch junge Seelen fort in die Gefahr,
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O welche Lieb' in euer herbes Loos!
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Und wo, ihr Söhne, blieb
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Das Todesgrauen, daß ihr jauchzend gar
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Hinströmtet zu dem düstren Felsenpasse,
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Als ob zum Tode nicht, zum Tanze bloß,
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Zu heitrem Mahl man euch geladen hätte?
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Ihr aber zogt die Straße
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Hinab zum Fluß der Todten,
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Eh' scheidend Weib und Kinder ihr umfasstet,
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Da ihr auf hartem Bette
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Ach, ohne Thränen, ohne Kuß erblasstet!«

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»doch erst, nachdem ihr Züchtigung und Grauen
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Und Schmach dem Feind gebracht.
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Wie in der Rinderheerd' ein Löwe wüthet,
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Bald auf den Stier sich stürzt und ihm den Rücken
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Zerfleischt mit wilden Klauen,
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Bald hier, bald dort die Zähne braucht mit Macht,
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So schlägt ins Heer der Perser breite Lücken
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Hellenengrimm, von hehrem Muth entbrannt.
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Ha seht, wie häuptlings Roß und Reiter fallen,
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Wie Wagen und Gezelt
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In wirrem Sturz die Flucht der Perser bannt,
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Und bebend, weit vor Allen,
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Flieht mit gelös'tem Haarschmuck der Despot.
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Seht, wie vom Blut entstellt,
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Das sie vergossen, Griechenlands Heroen
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Den Persern schaffen unermessne Noth,
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Eh' Mann an Mann, besiegt von seinen Wunden,
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Dahinsinkt in den Staub. Heil euch, ihr Helden!
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Von eurer That, der hohen,
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Wird Zung' und Griffel noch den Enkeln melden.«

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»eh' wird, ins Meer gestürzt, der Sternenreigen
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Auslöschend in der Tiefe Schlund verzischen,
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Bevor der Nacht zum Raube
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So heller Ruhm erblaßte.
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Eu'r Grab ist ein Altar. Den Kindern zeigen
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Dereinst die Mütter hier die ewig frischen
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Spuren von eurem Blut. Und hier im Staube
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Knie' ich, ihr Benedeiten,
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Und küsse diese Schollen, dies Gestein,
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Die unvergänglich heller Glanz verklärt
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Durch alle Erdenweiten.
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O läg' auch ich hier unten! Hätt' auch mein
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Geopfert Blut getränkt die theure Erde!
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Doch wenn ein feindlich Schicksal nicht gewährt,
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Daß für mein Hellas brechend im Gefechte
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Mein Aug' umnachtet werde,
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So möge doch der keusche
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Ruhm eures Sängers blühn in fernsten Tagen
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Durch Gunst der Himmelsmächte,
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So lang von euch man singen wird und sagen!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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