Ich zog dann fort, und als ich wiederkam

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Ada Christen: Ich zog dann fort, und als ich wiederkam Titel entspricht 1. Vers(1870)

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Ich zog dann fort, und als ich wiederkam,
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War leer das Haus ... Die Alten längst gestorben,
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Das blonde Kind weit in die Welt gegangen ...
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Ich mußte lange – lange – lange suchen,
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Bis ich Dich fand ...

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Bei harten Menschen fand ich wieder Dich,
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Bei harter Arbeit ... Ohne Wunsch und Klage,
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So müd und einsam, ohne Glück und Jugend ...
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Da kam die Stunde, wo Dich innig liebte
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Mein starkes Herz!

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Wo ich, der Armuth und der Arbeit Sohn,
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Um Dich, Du bleiches Kind des Elends, freite,
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Das mich nicht liebte, aber mir vertraute
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Und vor mir stand voll Schreck und scheuem Zagen
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Und weinend schwieg. –

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Doch als Du später Deine liebe Hand
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Vor dem Altare legtest in die meine,
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Als ich fünf Treppen hoch Dich junges Wesen
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Herauftrug in die luftige Hochzeitskammer,
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Da war ich stolz!

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Viel stolzer als ein mächtiger Fürst,
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Der seine Braut heimführt in goldne Säle ...
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Du blinzelst, schüttelst kichernd Deine Locken,
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Weil ich von jenem Tage wieder träume
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Im Vollmondlicht ...

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Weil ich die reiche Seligkeit,
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Die damals mir geworden, ganz durchschwelge;
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Doch horche nur, Du blonde Ueberkluge:
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Das Häuschen, wo als Kinder wir oft spielten,
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Schenk' ich Dir einst.

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Vielleicht schon morgen kommt das Glück herauf
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Und schüttet gelbes Gold in unsere Hände ...
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Vielleicht bleibt es noch fort die kurze Weile
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Und kommt dann ungesehen angeflogen
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Ganz ohne Gold ...

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Und doch das ganze Glück! ... Mich dünkt, ich hör'
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Schon seinen Flügelschlag in solchen Nächten,
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Und eine feine Kinderstimme flüstern:
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Bald wirst Du mich in Deinen Armen halten,
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Ich bin das Glück! ...

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Bis dahin aber laß mein dunkles Haupt
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An Deinen Knien lehnen, laß mich träumen,
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In meine Zauberwelt entzückt versunken,
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Umwoben von geheimnißvollen Mächten
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Im Vollmondlicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ada Christen
(18391901)

* 06.03.1839 in Wien, † 19.05.1901 in Inzersdorf

weiblich, geb. Frederik

österreichische Schriftstellerin

(Aus: Wikidata.org)

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