In bangen Nächten, wenn der graue Wahnsinn

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Ada Christen: In bangen Nächten, wenn der graue Wahnsinn Titel entspricht 1. Vers(1870)

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In bangen Nächten, wenn der graue Wahnsinn
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Mit dürren Fingern an das Hirn mir pochte,
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Wenn glüh'nde Thränen meine Kissen netzten,
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Mein wildes Herz vor Zorn und Sehnsucht kochte –
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In solchen Nächten war mir der Gedanke,
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Daß Du noch lebst, daß ich Dich wiedersehe,
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Ein Stern, nach dem ich zitternd hob die Hände –
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Und trotzig weiter schleppt' ich dann mein Wehe.

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Ich sah Dich wieder – wieder plötzlich flammten
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Sie alle auf, die alten Wahnsinnsgluthen,
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Der wilde Zorn, der Schmerz, die herbe Liebe –
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Es war, als müßte ich vor Dir verbluten.
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Du aber standest mit dem argen Lächeln,
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Das mir bekannt aus gottverfluchten Tagen;
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Der fahle Blick macht mir das Herz erstarren:
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Es war ein freches, antwortsich'res Fragen!

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Und Deine Hände streckten fieberglühend
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Sich plötzlich so begehrend mir entgegen,
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Und mehr und mehr sah ich Dein Bild erblassen,
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Das mich begleitet einst auf allen Wegen:
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»das ist er nicht!« schrie es in meiner Seele,
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»so war er nie, so kann er nimmer werden.«
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Wofür wär' meine Seligkeit verspielet,
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Wofür wär' ich verflucht – verflucht auf Erden! – –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ada Christen
(18391901)

* 06.03.1839 in Wien, † 19.05.1901 in Inzersdorf

weiblich, geb. Frederik

österreichische Schriftstellerin

(Aus: Wikidata.org)

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