Es war im März ein wolkiger Wintertag

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Leopold Jacoby: Es war im März ein wolkiger Wintertag Titel entspricht 1. Vers(1867)

1
Es war im März ein wolkiger Wintertag,
2
Denn überall hart der Schnee noch lag,
3
Da quoll es in der Stadt herfür und hervor
4
Aus Thür und Thor
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Und seit morgens fruh
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Ergoß sich ein Menschenstrom nach Westen zu.

7
Dort vor dem Weichbild bald
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Begann ein hoher, dichter Wald,
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Und die breite Allee, die durch ihn führt,
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War heute geschmückt und ausgeziert
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Mit bunten Flaggenstangen, die sich verbanden
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Längs und quer durch Fichtenguirlanden.
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Dort aber, wo höher die Flaggen ragen,
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War ein Rondell mit Sitzbänken aufgeschlagen
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In einem Halbkreis, bunt ausstaffirt
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Und austapeziert
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Mit Wappen und Schi ldern und Draperien
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Mit Sinnbildern und Spruchphantasieen.

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Schon stand hier
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Die Allee entlang ein Menschenspalier
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Und vor dem Rondell in dichtem Gedränge
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Eine unzählige Menschenmenge.
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Sie harrten seit morgens mit Ausdauer friedlich,
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Im Warten geduldig und unermüdlich;
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Denn es waren überneugierig die Leute
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Damals gerade so wie heute.

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Auf dem Rondell allmählig füllten sich
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Die Plätze fraulich und männiglich.
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Zur Rechten waren zu schauen fein
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Holde Frauen und Mägdelein,
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Zur linken Werkmänner, in der Mitte der Rath,
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Der kam zuletzt. – Es war schon spat,
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Als endlich durch die Lüfte drang
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Ein feierlicher Trompetenklang,
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Von der Menge begrüßt mit lautem ah!
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Denn der geschah,
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Das Erscheinen des Bischofs anzuzeigen;
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Und schon sah man ihn die Stufen aufsteigen
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Und den Rath und die Frauen vor ihm sich neigen.
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Es war, wie man alsbald murmelnd spricht,
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Und sich im Volke verhehlte nicht
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Ein Mann von Gewicht
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Mit rundglänzendem Angesicht,
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Das herniedersah wie ein Vollmondlicht.

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Wie er jetzt
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Neben dem Rathe sich niedersetzt,
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Und allmählig umher ward Ruh,
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Da winkt er einem Trompeter zu;
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Der gab ein Zeichen mit hellem Trara.
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Da –

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Lustig wie ein Feuer im Kamine knattert,
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Und wie im Wind eine Fahne flattert,
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Risch und frisch
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Wie im Wasser ein Fisch,
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Wie ein Vogel im Gebüsch,
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So kamen zwei Reiter, die Zügel verhängt,
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Auf der harten Allee heraufgesprengt,
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Im Galopp ein Fuchs, im Galopp ein Schimmel,
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Mit Jubel begrüßt von dem Menschengewimmel.
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Zum Rondell galoppirt in vollem Lauf,
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Stellten sie gegen einander sich auf
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Und grüßten fein zu dem Rath und dem Bischof hinauf
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Und grüßten munter
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Zum ganzen Publikum hinunter.

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Doch wie man sie näher erschaut und gewahrt,
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Sie erschienen gar wunderlicher Art:
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Der auf dem Schimmel trug ein streif'ges Gewand,
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Das schwarz, weiß und roth mit einander verband,
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Auf der linken Brust,
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Stolz bewußt,
71
Als Orden von verschiedenen Rängen,
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Hat er drei todte Spatzen hängen,
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Aber sein Haupt
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War ganz von künstlichen Wein umlaubt.

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Sein Gegner diesen Anblick bot:
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War von Kopf bis Füßen feuerroth.
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Mitten auf der Brust drei goldene Sterne
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Leuchteten ihm schon von ferne;
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Auf dem Kopf aber trug der Gesell
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Ein natürliches Bärenfell. –
81
Dazu jeder von beiden schwenkte stolz
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In der Hand eine Pritsche von klatschendem Holz.

83
Und jetzt der Rothe den Kampf anbrach
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Und zum Schimmelgestreiften also sprach:

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Wohledler Ritter mit Rappen und Speer,
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Mit Wappen und Wehr,
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Wo kommt ihr her?

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Drauf jener öffnete den Mund
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Und mit heller Stimme Rede stund:

90
So gesegnet wie mein Land,
91
Das Rheinland,
92
Das Weinland,
93
Ist kein Land!
94
Ich bin aus dem Bann von Bonn zu Haus,
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Auf den goldigen Bergen da kenn' ich mich aus,
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Und meine Wiege stand neben dem Wein,
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War rings umglänzt vom Sonnenschein? –
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So laß mich nach deiner Herkunft fragen.
99
Was kannst du mir dagegen sagen?

100
Und der Rothe, ruhig und gelassen,
101
Antwortete folgendermaßen:
102
Wo meine Wiege stand, weiß ich kaum,
103
Kann mich nicht besinnen auf den Raum,
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War es ein düsterer, oder ein heller,
105
War's unterm Dach, oder war es im Keller;
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Nur so viel weiß ich, es war in Berlin,
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Und mit dem Bewußtsein sag' ich kühn:
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Was du nur Schönes findest bei dir,
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Das find' ich hundertmal schöner hier! –
110
Jetzt aber sag' mir an,
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Was bist du für ein Mann?
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Welch Weges streifst du?
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Welch Liedlein pfeifst du? –
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Von mir will ich's dir also sagen:
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In trüben Tagen
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Ohne Zagen
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Aller Welt entgegenschlagen
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Und just das Allerkeckste wagen,
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Das wird bei mir sein gang und gebe,
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So lang ich lebe.

121
Darauf der Bonner also sprach:

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Wohl jauchzten die Kinder Israel und sangen Hosianna,
123
Als sie endlich in der Wüste gefunden das Manna;
124
Aber vorher ließen sie das Singen fein bleiben,
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Und nicht anders kann ich es treiben.
126
Wenn mein Gemüth murrt, kann mein Lied nicht klingen,
127
Wenn mein Magen knurrt, kann mein Mund nicht singen.
128
Ich bin einer, der bei dem Vollen lieber blieb,
129
Als bei dem, was überblieb.
130
Wie der Waldmeister lieblichen Duft nur sprüht,
131
Wenn er vom Weine glüht,
132
So auch ertönet beim Wein mein Lied;
133
Aber wie wenn im Regen die Amsel
134
Aufschüttelt ihr flockiges Wamsel
135
Und ihr Schnäblein unter den Flügel steckt,
136
So warm geduckt und warm gedeckt
137
Muß mein Haupt sein, wann Stürme kommen,
138
Anders kann mein Gesang nicht frommen.
139
Darum bei einem hohen Herrn
140
Da-weil' ich gern,
141
Zu dem will ich sagen: O Herr, sieh her!
142
Mein Becher und mein Beutel sind beide leer.
143
Wirst du sie nicht füllen, muß mich Finsterniß umnachten,
144
Wirst du den Durst nicht stillen, so muß ich verschmachten.
145
Ich schätz' aber auch den Spruch nicht wenig:
146
Wer lieblich redet, deß Freund ist der König.
147
Dann stehet er da auf der Höhe,
148
Unberührt von der Sorgen Ach und Wehe,
149
In reinerem Klang kann da sein Sang ertönen
150
Zu allem Lieblichen, allem Schönen,
151
Und wie ein Gott von seinem Himmel
152
Schaut er herab auf alles niedere Gewimmel!

153
Da klatschten Viele Beifall; von den Frauen jede. –
154
Und der Berliner hub so an die Gegenrede:
155
Es giebt Hähne, die auf der Erde krähn,
156
Und Hähne, die auf dem Dach sich drehn.
157
Der eine zu seinem Vergnügen kräht,
158
Der andere, weil der Wind ihn dreht.
159
Der eine steht unten, der andere oben,
160
Wen von beiden willst
161
Den einen nenn' ich einen Götterhahn,
162
Der andere ist nur ein Wetterhahn! –

163
Ein Beifallssturm erscholl bei diesem Wort,
164
Und er fuhr fort:

165
Bläst der Wind nach Osten,
166
Muß er sich drehn nach Osten,
167
Bläst er nordwärts, kann er nordwärts verrosten.
168
Also du suchst einen hohen Herrn?
169
Ihn dir zu mißgönnen liegt mir fern.
170
Siehe, Saul zog aus,
171
Aus niederem Haus,
172
Suchte zwei Esel und fand zugleich
173
Ein Königreich.
174
Warum solltest du auch dein Glück nicht gründen?
175
Warum solltest du was du suchst nicht finden?
176
Willst du ein Hofpoetlein werden?
177
Der Himmel segne dein Streben auf Erden.
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Ich glaub' es freilich, es ist ihr Amt
179
Zu den schönsten Annehmlichkeiten verdammt,
180
Behaglich wie einer Katze Schnurren
181
Und lieblich wie des Taubers Gurren,
182
So angenehm wie Geld in der Truhe
183
Und so bequem wie Morgenschuhe.
184
Sie gehn so stolz daher in ihrem Narrenkleid,
185
Mit Kreuzlein behängt und Ordensgeschmeid,
186
Aber ein Gesunder hohnlacht
187
Ihrer Ohnmacht
188
Und ihrer ekeln Unmannbarkeit;
189
Denn ein kräftiges Wort zur rechten Zeit,
190
Das stünd' ihnen ja so stattlich zu Leibe
191
Wie ein Schnurrbart dem Weibe.
192
Sie bleiber immerdar so erbaulich, beschaulich,
193
Loben und erheben ihre Zeit gar graulich,
194
Besingen ihre Götzen ergötzlich,
195
Entsetzlich,
196
Bewedeln die Edlen so süßlich,
197
Ersprießlich,
198
Oder auch sie werden zu singen verdrießlich.
199
Und kümmern sich schließlich
200
Mehr um Mosen und die Propheten,
201
Als um die Musen und die Poeten.

202
Lachen und Beifall rings erklang.
203
Und der Bonner dagegen sang:

204
Du kriegst mit Gegnern, die du dir geschaffen
205
Und siegst mit ungeschliff'nen Waffen,
206
Aber dein Krieg erliegt
207
Und dein Sieg versiegt
208
Dein Schelten ist Schein,
209
Wer verständig ist, sieht es ein.
210
Statt glücklich zu sein über glückliche Saat,
211
Willst du betreten den Dornenpfad,
212
Auszujäten was faul ist im Staat?
213
Leicht ist der Rath,
214
Schwer die That.
215
Wer sie will verrichten,
216
Muß auf jede Freude verzichten.
217
Soll ich etwa Verdammungsurtheile singen
218
Und von allen mit Unrecht geschehenen Dingen
219
An die rechte Stelle Kunde bringen?
220
Ein warmer Auftrag, ein heiß Geheiß,
221
An dem man den Mund verbrennt, eh' man's weiß.
222
Meinst du etwa unverholen,
223
Ich werde mich machen auf die Sohlen
224
Und die Kastanien für dich aus den Kohlen holen? –
225
Und dein Angriff thut des Guten zu viel
226
Und dein Bogen schießt über das Ziel.
227
Giebt's nicht in unsern Landen zur Zeit
228
Männer, die wacker gestanden im Streit?
229
Ist nicht von ihren Zungen
230
Manch freiheitliches Lied erklungen?

231
Da rief der Berliner:

232
Wetterwend'sch
233
Ist der Mensch!
234
Unter hunderten findet sich einer kaum,
235
Der Wurzen hat wie ein Eichenbaum.
236
Ich weiß wohl, welche du meinst,
237
Sie gehörten zu den Bessern einst,
238
Aber da sie nicht anders sich zu helfen wußten,
239
Als daß sie mitheulen mit den Wölfen mußten,
240
Anstatt die Lüge auszuroden,
241
Nun sind sie auch verdorben in Grund und Boden.
242
Sie glitzern noch immer
243
In falschem Schimmer,
244
Und daß sie längst todt sind, merken sie nimmer.
245
Wer zu seinem guten Glücke
246
Fern ist geblieben ihrer Klique,
247
Auf sich selber vertrauend in allem Leid,
248
Keinen Herrn über sich als die Zeit,
249
Und von ihrem Führerstab
250
Keinen kennend, der ihm zu lernen gab,
251
Der schaut nun lachend auf sie herab,
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Spielt mit ihrem Angstgeschrei
253
Und fühlt sich stark und frisch und frei
254
Wie auf dem wilden Meer die Möve,
255
Wie in der Wüste ein freudiger Löwe.

256
Der Bonner erwidert darauf und sprach:

257
Ja, da gehörst du hin
258
Mit solchem Sinn,
259
In die Wüste, wo Niemand weilet,
260
In die Einöde, da es heulet.
261
Bist du auch einer von jenen bösen?
262
Ihr wüstes, wildes Wesen
263
Wird uns vom Banne nicht erlösen.
264
Roh und ungeschlacht sind sie alle,
265
Ihre Trauben sind Galle,
266
Sie haben bittere Beeren
267
Und können der Welt weder Trost gewähren
268
Noch Gutes gebären.
269
Sie sind wie ein Wild,
270
Das irre gegangen heult und brüllt.
271
Das sind die für den Geist der Schönheit taugen
272
Wie der Rauch für die Augen.
273
Wie wenn im Wald in der Frühlingsnacht
274
Bei des Mondlichts Pracht
275
Der Vogel flötet goldenen Klanges,
276
Vor dem sich beugen alle Töchter des Gesanges,
277
Und Blumen und Bäume schönheitstrunken
278
Sind andächtig in stillem Schweigen versunken,
279
Da im Nu – hu!
280
Rauschte daher ein Uhu
281
Mit unheilbringendem Gesaus,
282
Und alles Schöne ist aus –
283
So kommen sie daher ungestüm
284
Wie ein Ungethüm,
285
Kennen keine Schönheit, keine Zierde,
286
Haben nichts als wilde Begierde,
287
Und was wir bisher zu unserm Ruhme
288
Still verwahrt hielten im Heiligthume,
289
Sie wollen's aufessen mit Kruste und Krume.
290
Manch Beifallsklatschen erscholl ringsum.
291
Und es sprach der Berliner wiederum:

292
So billig sind deine Räthsel
293
Wie beim Bäcker die Brätzel.
294
Deiner Worte Sinn ist mir klar,
295
Doch was du darin thust offenbar,
296
Das ist im tiefsten Grunde nicht wahr.
297
Sage mir vor Allem,
298
Ist der nicht besser als ein Scheinheiliger?
299
Der Lüge und der Heuchelei
300
Der tret' ich kühn den Kopf entzwei,
301
Oder ich reiße ihr mindestens munter
302
Die Maske von dem Gesicht herunter,
303
Dein Hohlspiegel wird mich nicht schrecken.
304
Du willst vertuschen, so will ich aufdecken,
305
Du willst einlullen, ich will wecken.
306
Ist es nicht hoch und hehr und schön und groß,
307
Zu lehren
308
Die da sind niedrig und elend und blind und bloß?
309
Ihnen die Augen aufzuthun?
310
So woll'n wir darin nicht rasten noch ruhn.
311
Und stehn wir auch wie in der Wüste allein,
312
Und ist auch der Anfang noch winzig und klein,
313
Wir dürfen und wollen nicht muthlos sein.
314
Und was winzig war, wächst ungeheuer,
315
Aus Funken wird Feuer.

316
Der Bonner fiel ein:

317
Aber das Feuer spricht nicht, es ist genug;
318
Drum zünd' es nicht an, so bleibst du klug.
319
Auch dies laß dir sagen,
320
Deine Ernte wird wenig Früchte tragen.
321
Dem Esel sind drei Körner Gerste in dem Magen
322
Weit lieber als ein Zentner Golds, den er muß tragen.

323
Ein Murmeln und Murren die Menge durchlief.
324
Und der Berliner mit erregter Stimme rief:

325
Wie die abgelebten Gesellen plärr'n,
326
Mit solcher Weisheit bleib' mir fern!
327
Das Recht und die Wahrheit verkünd' ich gern,
328
Davor müssen sich beugen die stolzen Herrn.
329
Die Wahrheit bleibt ewiglich bestehen
330
Und reichet so weit die Welten gehen!
331
Dies aber ist Wahrheit:
332
Von oben herab wird kein Haus gebauet,
333
Von unten herauf ist es gut gebauet. –
334
Was ich sagen will, muß ich sagen,
335
Wer kann Feuer im Busen tragen?
336
Was bis heut in glänzender Hülle sich barg,
337
Das ist im tiefsten Innern bös und arg
338
Und faul bis in's Mark.
339
Weh' dem, der vom gleißenden Schein geblendet,
340
An die Geistesvertreter des Glanzes sich wendet
341
Und sein wackeres Wort an sie verschwendet,
342
Er findet bei Taubstummen eh'r
343
Als bei ihnen Gehör,
344
Ich will von ihnen nichts wissen mehr.
345
Wer giebt auch gesunde Kost für kranke Bäuche?
346
Wer gießt auch Most in alte Schläuche?
347
Aber es kommt ein Tag der Vergeltung auf Erden,
348
Noch sind nicht alle zu Bett,
349
Die eine böse Nacht haben werden!

350
Ein Beifall von drunten Bahn sich brach.
351
Der Bonner aber dagegen sprach:

352
Wenn der Krug auf den Stein fällt,
353
Der Krug zerschellt.
354
Wenn der Stein auf den Krug fällt,
355
Der Krug zerschellt.
356
Jedesmal zerschellt der Krug,
357
Und der Stein bleibt heil, der ihn zerschlug.
358
Drum sieh wohl zu, wohin dein Geist sich wende;
359
Du weißt wohl den Kampf aber nicht sein Ende,
360
Wer Gewinner sein wird, wer Verlierer,
361
Und so bist du ein Blinder der Blinden Führer.
362
Die da nur sinnen können auf Empörung
363
Und auf Zerstörung
364
Und in die Welt wollen bringen Feuer statt Licht,
365
Aber den Weg des Friedens wissen sie nicht,
366
Deren Tage müssen einsam bleiben,
367
Und kein Jauchzen wird darinnen sein,
368
Und ihre Nacht wird finster sein
369
Und von Sternenleer! –
370
Die trüben Gedanken, wie werd' ich sie los?
371
Es will Abend werden, und die Schatten werden groß.
372
An den Rhein will ich gehn, zurück an den Rhein,
373
Da kann man noch jubeln und fröhlich sein,
374
Da singen der Poesie die Leute
375
Nicht wie du ein Grabgeläute;
376
Ihr Wein ist gut und ihr Muth kein kleiner,
377
Und ihr Witz bleibt immer noch stärker als deiner!

378
So rief er;
379
Und eine Bewegung war auf der Tribüne zu schauen,
380
Und Beifall klatschten ihm Herren und Frauen.

381
Und die Menge sah mit besorgtem Sinn
382
Auf den rothen Berliner hin.

383
Aber der, –
384
Hast du schon einmal gesehen,
385
Wie ein Huhn den Kopf beugt
386
Und dich von der Seite anschielt,
387
Daß du laut auflachen mußt ob der philosophischen Dummheit,
388
Die in dem Blicke sitzt, –
389
So verschmitzt
390
Sah der Berliner den Bonner an,
391
Und er begann:

392
Um von dem Ende zu kommen auf den Ursprung,
393
Machst du mehr einen Kunst- als einen Natursprung.
394
Einem solchen Sprunge kann ich nicht folgen,
395
Einem so komischen, einem so droll'gen.
396
Was ich gar nicht gesagt habe, schiebst du mir zu,
397
Was ich gar nicht gefragt habe, antwortest du,
398
Was erst nicht krank war, das heilst du später,
399
Du bist mir ein komischer Wunderthäter.
400
Du machst die Blinden gehend
401
Und die Lahmen sehend
402
Und du gebrauchst das Orakel
403
Wie der Schulmeister den Bakel;
404
Malst mir da die Zukunft aus
405
Düster wie ein Gespensterhaus.
406
Bist wohl auch einer, dessen Gesang
407
Kündet den Weltuntergang?
408
Ach und Wehe ächzt er
409
Und wie eine Krähe krächzt er
410
Mit Geheul und Gewinsel,
411
Ein wahrer Pinsel!
412
Komme mir mit einem so schwarzen Bild nicht;
413
Du weißt doch, Bange machen gilt nicht.

414
Bist du aber einmal ein Unheilverkünder,
415
Warum kehrst du dich nicht an die
416
An den Quell, aus dem aller Jammer fließt,
417
An den Boden, auf dem alles Unkraut sprießt?
418
Horch wohl auf, was ich dir jetzt sage;
419
Du triffst wahrlich nicht aller Tage
420
Einen, der's laut zu sagen wage.
421
Der Blutegel hat zwei Töchter,
422
Die heißen: bring' her! bring' her!
423
Du siehst sie saugen rings umher.
424
Ihr Schmatzen übertönet das Weltgetümmel,
425
Und das Geschrei der Gesogenen steigt zum Himmel.
426
Aber da ist keiner, der darauf will Antwort geben
427
Und die Hand aufheben,
428
Daß er das Gezüchte niederschlüge
429
Mit ihrem Thun und ihrer Heuchellüge.
430
Deine Prophezeiung voll Nacht und Graus
431
Warum dehnst du sie nicht auf diese aus?
432
Was läßt du über die deinen Eifer erkalten?
433
Du liefest fein, wer hat dich aufgehalten? –

434
Wann sang ich der Poesie ein Grabgeläute?
435
Aber sage mir, was blühet heute?
436
Das sind die gezierten Versedrechsler
437
Und Dintenklexler,
438
Das sind die widerwärtigen
439
Immer liederfertigen,
440
Die den Erfolg besingen mit Gesangesbündeln,
441
Und ihr Hauptgeschäft ist das Anhündeln,
442
Wer thut sich heut auf? wer macht sich groß?
443
Das sind die,
444
Deren Devise heißt: charakterlos!
445
Die stets im Geleise der Phrase getrabt
446
Und noch nie einen ei'gnen Gedanken gehabt,
447
Heut sind sie mit allen Gottesgaben begabt.
448
Und wie es dann alle die Nullen noch wagen,
449
Sich gegenseitig Lobhudeleien zu sagen,
450
Das ist nun gleich um drein zu schlagen.
451
Aber die Herrn Damen lesen es mit Behagen. –
452
Willst du,
453
Daß ich dir erst lange das Sprüchlein geige:
454
Ganz Philisterland ist feige!?
455
Ihre Erwählten lassen sich traktiren mit Schlägen
456
Und winseln kaum ein wenig dagegen. –
457
Vor der Wahrheit Licht warum fliehest du?
458
Blicke doch um dich, was siehest du?
459
Nur Spreu und kein Korn,
460
Keine Rose, nur Dorn.
461
Ihre Dichter und Schreiber und Weisen
462
Sie sind eitel verdorben Erz und Eisen.
463
Eine neue Zeit kommt heran mit Sausen
464
Und bewegt das Meer, daß die Wellen brausen.
465
Aber sie wollen nicht hören des Windes Wehen
466
Und können mit sehenden Augen nicht sehen,
467
Und rufen: Friede! Friede!
468
Und ist doch nicht Friede. –

469
Dies ist das Panier, das ich mir erwähle
470
Von ganzem Herzen mit ganzer Seele:

471
Eine junge Welt steigt auf aus Nebel und Dampf,
472
Mit Jauchzen gehen wir in den Kampf.
473
Was morsch war, ihr haltet es nimmer!
474
Was verfault war, stürzt in Trümmer.
475
Und ich sehe ein Ziel vor mir so groß,
476
Wer's erreicht, der gewinnt ein Götterloos! –

477
Da erhob sich wie Sturmgebraus und Getos
478
Ein Beifall ringsum riesengroß.
479
Und er fuhr fort:

480
Nun fällt dir mit einmal der Einfall ein:
481
Der Witz vom Rhein
482
Soll stärker als der Berliner sein
483
Und bleibe siegreich vor ihm bestehn;
484
Das wollen wir doch gleich einmal sehn.
485
Und er sprengte mit
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An den Bonner heran, und eh' der sich's versah
487
Und wissen mochte, wie ihm geschah,
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Packte er zu und zog mit einem Rucks
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Ihn herunter vom Schimmel auf seinen Fuchs
490
Und hielt den armen
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Vor sich fest mit beiden Armen,
492
Und so ritt er vor dem Rath und dem Bischof vor,
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Und Jubel erscholl im ganzen Chor.
494
Aber mit höflich spöttischem Diener
495
So zu dem Bischof sprach der Berliner:

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Hochwürdiger Herrscher von Papstes Gnaden
497
Und Helfer für jeden Seelenschaden!
498
Sieh, wie ich dir hier meinen Bruder bringe,
499
Mit dem ich zusammen mein Liedlein singe.
500
Ein gut Theil davon hat er gemacht
501
Und er hat mir den Sieg gar schwer gemacht.
502
Siehe aber, wir sind verkleidete Narren;
503
Da doch Viele hier vor uns harren,
504
Die zur Narrengilde beeidet sind
505
Aber als Kluge verkleidet sind.
506
Du weißt wohl, was ein Sprüchlein spricht:
507
Die Thoren mögen die Narren nicht,
508
Die klugen Herrn
509
Vertragen die Narren gern.
510
Nun haben wir gehört von Groß und Klein,
511
Du wollest fein
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Ein gerechter Narrenbischof sein,
513
Und also bitt' ich
514
Dich fromm und sittig,
515
Nimm uns unter deines Schutzes Fittich,
516
Begegne uns gütig auf unsern Wegen
517
Und segne uns mit deinem Segen.
518
Der Bischof lachte und wurde ernst hernach,
519
Und mit lauter Stimme also sprach:

520
Siehe die Weisheit läßt sich hören auf den Gassen,
521
Und Niemand achtet ihrer.
522
An den Thoren bei der Stadt,
523
Da man zur Thür' eingehet, schreiet sie.
524
Wo aber die Narren weise reden,
525
Da, mein' ich, muß gut hausen sein.
526
Die Wahrheit der Narren ist ein köstlich Ding
527
In einer Zeit,
528
Wo alle Weisen sind zu Lügnern geworden.
529
Es rauschet aber, als wollte es sehr regnen.
530
Und somit segn' ich euch beide;
531
Denn es ist besser,
532
Daß die Wahrheit gesegnet werde,
533
Als daß die Schlechtigkeit geheiligt sei.

534
Drauf hat er Gnad' und Heil gewährt
535
Den beiden Reitern auf einem Pferd
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Und gab den Segen, wie sich's gebührt,
537
Und beide zeigten sich tief gerührt.
538
Dann sprengten sie fort
539
Und wohin sie kamen, überall
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Empfing man sie mit Jubelschall.
541
Der Lehrer aber, der unter den Werkmannen saß,
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Ward gelobt ob der Schüler im Uebermaß.
543
Und er sah ihnen nach,
544
Und schluchzend erwidert er und sprach:

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Ja die Rangen!
546
Mir sind die Thränen aus den Augen gegangen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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