Schöne Fraun und Katzen pflegen

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Joachim Ringelnatz: Schöne Fraun und Katzen pflegen Titel entspricht 1. Vers(1908)

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Schöne Fraun und Katzen pflegen
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Häufig Freundschaft, wenn sie gleich sind,
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Weil sie weich sind
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Und mit Grazie sich bewegen.

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Weil sie leise sich verstehen,
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Weil sie selber leise gehen,
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Alles Plumpe oder Laute
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Fliehen und als wohlgebaute
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Wesen stets ein schönes Bild sind.

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Unter sich sind sie Vertraute,
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Sie, die sonst unzähmbar wild sind.

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Fell wie Samt und Haar wie Seide.
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Allverwöhnt. – Man meint, daß beide
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Sich nach nichts, als danach sehnen,
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Sich auf Sofas schön zu dehnen.

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Schöne Fraun mit schönen Katzen,
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Wem von ihnen man dann schmeichelt,
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Wen von ihnen man gar streichelt,
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Stets riskiert man, daß sie kratzen.

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Denn sie haben meistens Mucken,
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Die zuletzt uns andre jucken.
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Weiß man recht, ob sie im Hellen
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Echt sind oder sich verstellen?
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Weiß man, wenn sie tief sich ducken,
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Ob das nicht zum Sprung geschieht?
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Aber abends, nachts, im Dunkeln,
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Wenn dann ihre Augen funkeln,
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Weiß man alles oder flieht
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Vor den Funken, die sie stieben.

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Doch man soll nicht Fraun, die ihre
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Schönen Katzen wirklich lieben,
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Menschen überhaupt, die Tiere
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Lieben, dieserhalb verdammen.

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Sind Verliebte auch wie Flammen,
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Zu- und ineinander passend,
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Alles Fremde aber hassend.

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Ob sie anders oder so sind,
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Ob sie männlich, feminin sind,
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Ob sie traurig oder froh sind,
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Aus Madrid oder Berlin sind,
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Ob sie schwarz, ob gelb, ob grau, –

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Auch wer weder Katz noch Frau
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Schätzt, wird Katzen gern mit Frauen,
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Wenn sie beide schön sind, schauen.

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Doch begegnen Ringelnatzen
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Häßlich alte Fraun mit Katzen,
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Geht er schnell drei Schritt zurück.
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Denn er sagt: Das bringt kein Glück.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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