Die Fliege im Flugzeug

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Joachim Ringelnatz: Die Fliege im Flugzeug (1908)

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Ich war der einzige Passagier
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Und hatte – nur zum Spaße –
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Eine lebende Fliege bei mir
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In einem Einmachglase.

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Ich öffnete das Einmachglas.
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Die Fliege schwirrte aus und saß
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Plötzlich auf meiner Nase
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Und rieb sich die Vorderpfoten.
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Das verletzte mich.
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Ich pustete. Sie setzte sich
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Auf das Schildchen »Rauchen verboten«.

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Ich sah: Der Höhenzeiger wies
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Auf tausend Meter. Ha! Ich stieß
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Das Fenster auf und dachte
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An Noahs Archentaube.
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Die Fliege aber – ich glaube,
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Sie lachte.
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Und hängte sich an das Verdeck
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Und klebte sehr viel Fliegendreck
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Um sich herum, im Kreise,
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Unmenschlicherweise.

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Und als es dann zur Landung ging,
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Unser Propeller verstummte,
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Da plusterte das Fliegending
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Sich fröhlich auf und summte.

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Gott weiß, was in mir vorging,
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Als solches mir durchs Ohr ging.
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Ich weiß nur noch, ich brummte
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Was vor mich hin. So ungefähr:
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Ach, daß ich eine Fliege wär.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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