Flugzeug am Winterhimmel

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Joachim Ringelnatz: Flugzeug am Winterhimmel (1908)

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Ich fliege im Flockengewimmel.
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Ach, guter Himmel, laß das doch sein!
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Ich Flugriese bin nur klein Vögelein
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Gegen dich, schüttender Himmel.

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Sag Schneegestöber, ich bäte es sehr,
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Ein wenig nachzulassen.
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Denn meine Flügel tragen schon schwer
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An sechs ganz dicken Insassen.

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Die spielen Karten in meinem Leib
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Und trinken, weil sie so frieren.
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Und wollen nach Zoppot, um Zeitvertreib
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Und Örtliches zu studieren.

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Und käme ich dort nicht pünktlich hin,
14
Die würden es niemals verzeihen.
15
Lieber Himmel, wenn ich gelandet bin,
16
Dann darfst du gern wieder schneien.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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