Die Leipziger Fliege

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Joachim Ringelnatz: Die Leipziger Fliege (1908)

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Ob wohl die Fliegen Eier in uns legen,
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Wenn sie so lange auf uns sitzen bleiben
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Und wir sie, weil wir schlafen, nicht vertreiben?

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Man sollte seinen Körper viel mehr pflegen,
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Die Fliege, die mich darauf brachte,
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Als ich in meinem Mietslogis erwachte,
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War eine greisenhafte und ergraute,

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Daß ich nur zaghaft mir getraute,
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Sie wenigstens ein bißchen totzuschlagen.

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Sie sterben im November sowieso
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In Leipzig. (Später als wie anderswo.)
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Wie können Sterbende doch oft noch plagen,
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Das Alter stimmt nicht immer mild.

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Sie sind unheimlich dann und boshaft wild.

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Doch unter solcher feuchten Sumpfluft leiden
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Alle. Leipzig hat seinen Hustenreiz.
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Man sollte im November Leipzig meiden,
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Nach Frankreich reisen oder in die Schweiz.

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Die Fliege hat mir alle Lust genommen.
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Ich bin nicht wach und bin auch nicht im Schlaf.
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Als müßte ein Gewitter kommen.

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Ob wohl ein Blitz je eine Fliege traf?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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