Das Original

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Joachim Ringelnatz: Das Original (1908)

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Ich bin sehr dagegen,
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Daß sich ungelegen
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Jemand aufdrängt.
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Aber meinen Segen
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Hat, wer eines Wortspiels wegen
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Sich zum Beispiel aufhängt.

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Ich bin darin ganz besonders eigen,
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Denn ich sehe vieles weit voraus.
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Nur ich kann das immer nicht so zeigen. –

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Nie betritt ein blinder Mann mein Haus,
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Wenigstens nicht meine Räume,
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Weil ich einmal eines Nachts in Schweden
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Träumte – und ich kenne meine Träume –
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Nein, wir wollen lieber andres reden.

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Wenn ich mal wo so betrunken war,
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Wie ich für gewöhnlich niemals bin,
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Geh' ich dorthin nie mehr hin;
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Darin bin ich sonderbar.
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Und ich trinke, wenn ich vor Geschäften
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Stehe, überhaupt so gut wie nichts,
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Denn ich stehe so gewissen Kräften
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Nahe. Und der Ausdruck des Gesichts
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Wechselt stets bei mir in Intervallen.
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Ist dir das und andres an mir aufgefallen?

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Nun, ich weiß: Ich passe nicht ins Leben,
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Weil ich hungern kann. Ich werde nie
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Mein Geheimstes jemals Leuten preisgeben,
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Die nicht groß sein können oder die
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Eng am Gelde hängen.
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Warum sollte ich mich denen aufdrängen!

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Willst du, bitte, nun mal andre Leute
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Ganz diskret befragen,
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Was sie über mich und meine Meinung sagen
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Und was ich für sie bedeute.

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Gelt, du weißt, daß ich nicht gern verspreche,
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Weißt auch, daß ich etwas halten kann?
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Und – – – Genug! Du bist mein Mann! –
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Lebe wohl! – Zahl' ich – zahlst du die Zeche?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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