Die zwei Polis

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Joachim Ringelnatz: Die zwei Polis (1908)

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Ich drehe aus der Tik
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Niemandem einen Strick.
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Denn wir wollen frei
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Sein in der Republik.

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Und wie der Tik so auch der Zei
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Geh ich am liebsten weit vorbei.
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Ich habe sie beide dick.

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So werfe auch kein andrer solchen Strick
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Mit der Tik mir ums Genick.
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Denn ich will von der Tik nichts verstehn.
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Und die Zei und alle Zein
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Können mich – o nein! o nein! –
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Können mir auch aus dem Wege gehn.

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Bei der Tik verlangt man Krummheit
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Im gegebenen Moment.
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Und die Zei wünscht füge Dummheit,
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Weil sie keinen Shakespeare kennt.

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Und die Zei will meinen Willen.
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Meine Meinung will die Tik.
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Beide wünschen sie im stillen
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Hypothek auf jedermanns Geschick.

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Es muß doch Leute geben,
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Die ehrlich sein wolln,
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Und weil sie nur ihr Ausmaß leben,
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Darum auch freier sein solln.

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Darum übe die Zei nicht an mir Kritik,
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Und die Tik möge mir es verzeihn,
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Wenn ich nochmals gestehe, daß ich jeden Augenblick
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Möglichst fern von beiden möchte sein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joachim Ringelnatz
(18831934)

* 07.08.1883 in Wurzen, † 17.11.1934 in Berlin

männlich, geb. Bötticher

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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