Ich weiß ein Gotteshäuschen

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Detlev von Liliencron: Ich weiß ein Gotteshäuschen Titel entspricht 1. Vers(1876)

1
Ich weiß ein Gotteshäuschen,
2
Hart hinterm Deich erbaut.
3
Sein Name »Jesusblödlein«
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Ist keinem leicht vertraut.

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Ein Bild überm Altare
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Hängt da seit alter Zeit;
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Ein großer Genter Maler
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Erschuf es gottbereit.

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Der lautre Christusjüngling:
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Sein Auge strahlt ins Feld.
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So ging in erster Jugend
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Der Herr wohl durch die Welt.

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Sein Antlitz ohne Strenge,
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Voll zarter Blödigkeit,
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Voll innigster Menschenliebe,
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Von keinem Arg entweiht.

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Die Sünden abzubüßen,
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Hat es das Volk bestellt
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Bei jenem großen Meister
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Für eine Fülle Geld.

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Weit vor dem heutigen Deiche
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Lag Stadt und Dorf im Land.
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Dann kamen wilde Fluten,
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Worin die Marsch verschwand.

25
Und Alles war verschwunden,
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Im Wellenkamf zerwühlt.
27
Das Bild allein schwamm oben
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Und ist hierher gespült.

29
Da haben sie von neuem,
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Dicht hinterm Winterdeich,
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Ein Kirchlein aufgerichtet,
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Da hängt das Bild zugleich.

33
Von Wettern oft umdunkelt,
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In Ebbe, Sturm und Flut:
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Das Bildnis leuchtet ruhig
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In hoher Himmelshut.

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Einst auf dem Deich, im Frühling,
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Sah ich hinaus aufs Meer,
39
Das wie der Friede feiert –
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Mein Herz war wüst und schwer.

41
Ich wandte mich ins Kirchlein,
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Weit offen klafft das Tor,
43
Und schaute auf den Heiland,
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Stand tief erregt davor.

45
Und seiner Augen Klarheit
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Sank mir ins Herz herein.
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Ich bog ihm meine Stirne:
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Du sollst mein Hüter sein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Detlev von Liliencron
(18441909)

* 03.06.1844 in Kiel, † 22.07.1909 in Rahlstedt

männlich

deutscher Autor

(Aus: Wikidata.org)

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