Auf die Terrasse war ich hinbefohlen

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Detlev von Liliencron: Auf die Terrasse war ich hinbefohlen Titel entspricht 1. Vers(1876)

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Auf die Terrasse war ich hinbefohlen,
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Der jugendlichen, schönen, geistvollen,
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Holdseligen Prinzessin vorzulesen.
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Ich wählte Tasso.
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Durch den Sommerabend
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Umschwirrt uns schon das erste Nachtinsekt.
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Die Sonne war gesunken. Rot Gewölk
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Stand hellgetönt, mit Blau vermischt, im Westen.
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Der Garten vor uns, tief gelegen, hüllt
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Sich ein in dunkle Schatten mehr und mehr.
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Und eine Nachtigall beginnt.
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Der Diener
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Setzt auf den Tisch die Lampen, deren Licht
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Nicht durch den schwächsten Zug ins Flackern kommt.
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Von unten, aus dem Dorfe, klingt Musik,
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Und deutlich aus der Finsternis heraus,
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Leuchtstriche, blitzen eines Tanzsaals Fenster.
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Die Paare huschen schnell vorbei in ihnen.
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Zuweilen, wenn die Thür geöffnet steht,
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Erschallt Gestampf, der Brummbaß, Kreischen, Jauchzen.
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Unbändig scheint die Freude dort zu herrschen.
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Ich trage unterdessen weiter vor,
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Wie flüchtige Bilder, unbewußt, den Trubel
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Im Thal an mir vorüberziehen lassend,
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Und jene Verse hab' ich grad getroffen:
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»beschränkt der Rand des Bechers einen Wein,
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Der schäumend wallt und brausend überquillt?«,
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Als ich die Lider hob und die Prinzeß,
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Die säumig ihre Linke dem Geländer
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Hinüber ruhen läßt, erblicke, wie sie,
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Nicht meiner Lesung achtend, niederschaut,
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Das braune Auge träumerisch, sehnsüchtig
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Hinuntersendet auf den fröhlichen Ländler.

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»wie wär' es, fänden wohl Durchlaucht Vergnügen,
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Dem frohen Reigen dort sich anzuschließen?«
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Und sie, ein Seufzer: »Ach, ich thät's so gern.«

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Wenn ich's nur bringen könnte, wiedergeben,
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Wie jenes Wort von ihr gesprochen ward,
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Das »so«, das »gern«, wenn ich's nur treffen könnte,

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Detlev von Liliencron
(18441909)

* 03.06.1844 in Kiel, † 22.07.1909 in Rahlstedt

männlich

deutscher Autor

(Aus: Wikidata.org)

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