Gestern trug der Professor uns vor Hochheeres im Hörsaal

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Detlev von Liliencron: Gestern trug der Professor uns vor Hochheeres im Hörsaal Titel entspricht 1. Vers(1876)

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Gestern trug der Professor uns vor Hochheeres im Hörsaal,
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Sprach von Platon, Homer, kündet Apelles' Verdienst,
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Und dick troff ihm die Stirn von heiliger Weihe wie Angstschweiß,
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Uns auch tropfte die Stirn, wehe, der Juni war schwül.
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»seht,« so rief er erhaben, »die Griechen, die nenn' ich ein Volk noch,
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Herrliche Strenge der Form, göttliches Nasengerüst.
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Nichts war ihnen bekannt von des Nordens barbarischem Rohtrotz,
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Zeus, ah, regierte die Welt, flammte vom hohen Olymp.«
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Ach, mir schwitzte das Hirn, ich befand mich im Brodel des Wüstseins,
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Draußen der Sommer so schön, saßen wir drinnen im Pferch.
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Endlich ertönte das Zeichen, wir stürmten hinaus in die Freiheit,
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Mit der Mapp' im Arm, schleppt' ich mein Wissen nach Haus.
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Dort auf dem Tische der Zettel: »Gewartet hab' ich vergebens,«
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Sagte mir deutlich und klar: Griechisches fand sich nicht ein;
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Aber Poppinga war da, mit dem höchst unklassischen Nasbein;
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Und nun ist es zu spät, hol' dich der Satanas, Zeus.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Detlev von Liliencron
(18441909)

* 03.06.1844 in Kiel, † 22.07.1909 in Rahlstedt

männlich

deutscher Autor

(Aus: Wikidata.org)

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