Herbsttag, und doch wie weiches Frühlingswetter

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Detlev von Liliencron: Herbsttag, und doch wie weiches Frühlingswetter Titel entspricht 1. Vers(1876)

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Herbsttag, und doch wie weiches Frühlingswetter,
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Ich schlenderte langseits der Friedhofshecke,
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Ein Sarg schien unter Gramgeläut zu sinken,
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Dann bog ich auf dem Wege um die Ecke.

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Da kamst du, keine Täuschung, mir entgegen,
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Wir hatten gestern Abschied schon genommen,
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Du gingst zur Bahn, begleitet von Geschwistern,
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Was mußte noch einmal die Marter kommen.

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Ich grüßte dich, und sah dein freundlich Danken,
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Die mit dir schritten, haben's nicht beachtet.
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Und ich blieb stehn, du wandtest dich verstohlen,
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Von Leid war meine Seele dicht umnachtet.

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Im Schmerz grub ich die Linke in den Dornbusch,
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Und ließ die Stacheln tief in's Fleisch mir dringen,
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Ein letzter Gruß von dir, von mir – vorüber,
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Die Hand im Strauch will fest die Qual bezwingen.

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Es that nicht weh, ich hab' in Wachs gegriffen,
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Kein Tropfen sprang, es hat nicht warm geflutet,
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Die roten Ströme sind zurückgeflossen,
20
Es hat mein Herz, mein Herz nur hat geblutet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Detlev von Liliencron
(18441909)

* 03.06.1844 in Kiel, † 22.07.1909 in Rahlstedt

männlich

deutscher Autor

(Aus: Wikidata.org)

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