Das hohe Lied von der Einzigen

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Gottfried August Bürger: Das hohe Lied von der Einzigen (1787)

1
Hört von meiner Auserwählten,
2
Höret an mein schönstes Lied!
3
Ha, ein Lied des Neubeseelten
4
Von der süßen Anvermählten,
5
Die ihm endlich Gott beschied!
6
Wie aus tiefer Ohnmacht Banden,
7
Wie aus Graus und Moderduft
8
In verschloßner Totengruft,
9
Fühlt er froh sich auferstanden
10
Zu des Frühlings Licht und Luft.

11
Zepter, Diademe, Thronen,
12
Gold und Silber hab' ich nicht:
13
Hätten auch, ihr voll zu lohnen,
14
Silber, Gold und Perlenkronen
15
Ein genügendes Gewicht.
16
Was ich habe, will ich geben.
17
Ihrem Namen, den mein Lied
18
Schüchtern sonst zu nennen mied,
19
Will ich schaffen Glanz und Leben
20
Durch mein höchstes Feierlied.

21
Schweig', o Chor der Nachtigallen!
22
Mir nur lausche jedes Ohr!
23
Murmelbach, hör' auf zu wallen!
24
Winde, laßt die Flügel fallen,
25
Rasselt nicht durch Laub und Rohr!
26
Halt in jedem Elemente,
27
Halt in Garten, Hain und Flur
28
Jeden Laut, der irgend nur
29
Meine Feier stören könnte,
30
Halt den Odem an, Natur!

31
Glorreich, wie des Äthers Bogen,
32
Weich gefiedert, wie der Schwan,
33
Auf des Wohllauts Silberwogen
34
Majestätisch fortgezogen,
35
Wall', o Lied, des Ruhmes Bahn!
36
Denn bis zu den letzten Tagen,
37
Die der kleinste Hauch erlebt,
38
Der von deutscher Lippe schwebt,
39
Sollst du deren Namen tragen,
40
Welche mich zum Gott erhebt.

41
Ja, zum himmelfrohen Gotte,
42
Der nun, frei und wohlgemut
43
Vor des Tadels Ernst und Spotte,
44
Wie in seiner Göttin Grotte
45
Nach dem Sturm Odysseus, ruht!
46
Sturm und Woge sind entschlafen,
47
Die durch Zonen, kalt und feucht,
48
Dürr und glühend, ihn gescheucht;
49
Seines Wonnelandes Hafen
50
Hat der Dulder nun erreicht.

51
Seine Stärke war gesunken;
52
Lechzend hing die Zung' am Gaum;
53
Alles Öl war ausgetrunken,
54
Und des Lebens letzter Funken
55
Glimmt' am dürren Tachte kaum.
56
Da zerriß die Wolkenhülle,
57
Wie durch Zauberwort und Schlag.
58
Heiter lacht' ein blauer Tag
59
Auf des Wunderheiles Fülle,
60
Welche duftend vor ihm lag.

61
Wonne weht von Thal und Hügel,
62
Weht von Flur und Wiesenplan,
63
Weht vom glatten Wasserspiegel,
64
Wonne weht mit weichem Flügel
65
Des Piloten Wangen an.
66
Ihr Gefieder, nicht mit Aschen
67
Trauriger Vergangenheit
68
Für die Schmähsucht mehr bestreut,
69
Glänzet rein und hell gewaschen,
70
Wie des Schwanes Silberkleid.

71
In dem Paradiesgefilde,
72
Wie sein Aug' es nimmer sah,
73
Waltet mit des Himmels Milde,
74
Nach der Gottheit Ebenbilde,
75
Adonid-Urania.
76
Froh hat sie ihn aufgenommen,
77
Hat erquickt mit süßem Lohn
78
Ihn, des Kummers müden Sohn.
79
»nun, o lieber Mann, willkommen!«
80
Sang ihr Philomelenton.

81
Ach, in ihren Feenarmen
82
Nun zu ruhen, ohne Schuld;
83
An dem Busen zu erwarmen,
84
An dem Busen voll Erbarmen,
85
Voller Liebe, Treu' und Huld:
86
Das ist mehr, als von der Kette,
87
Aus der Folterkammer Pein,
88
Oder von dem Rabenstein
89
In der Wollust Flaumenbette
90
Durch ein Wort entrückt zu sein! –

91
Ist es wahr, was mir begegnet?
92
Oder Traum, der mich bethört,
93
Wie er oft den Armen segnet
94
Und ihm goldne Berge regnet,
95
Die ein Hahnenruf zerstört?
96
Darf ichs glauben, daß die Eine,
97
Die sich selbst in mir vergißt,
98
Den Vermählungskuß mir küßt?
99
Daß die Herrliche die Meine
100
Ganz vor Welt und Himmel ist? –

101
Hohe Namen zu erkiesen
102
Ziemt dir wohl, o Lautenspiel!
103
Nie wird Die zu hoch gepriesen,
104
Die so herrlich sich erwiesen,
105
Herrlich ohne Maß und Ziel:
106
Daß sie, trotz dem Hohngeschreie,
107
Trotz der Hoffnung Untergang,
108
Gegen Sturm und Wogendrang,
109
Mir gehalten Lieb' und Treue,
110
Mehr als hundert Monden lang.

111
Und warum, warum gehalten?
112
Konnt' ich, wie der Großsultan,
113
Über Millionen schalten?
114
War ich unter Mannsgestalten
115
Ein Apoll des Vatikan?
116
War ich Herzog großer Geister,
117
Prangend in dem Kranz von Licht,
118
Den die Hand der Fama flicht?
119
War ich holder Künste Meister?
120
Ach, das alles war ich nicht!

121
Zwar – ich hätt' in Jünglingstagen,
122
Mit beglückter Liebe Kraft
123
Lenkend meinen Kämpferwagen,
124
Hundert mit Gesang geschlagen,
125
Tausende mit Wissenschaft!
126
Doch des Herzens Loos, zu darben,
127
Und der Gram, der mich verzehrt,
128
Hatten Trieb und Kraft zerstört.
129
Meiner Palmen Keime starben,
130
Eines mildern Lenzes wert.

131
Sie, mit aller Götter Gnaden
132
Hoch, an Seel' und Leib, geschmückt,
133
Schön und wert, Alcibiaden
134
Zur Umarmung einzuladen,
135
Hätt' ein Beßrer leicht beglückt.
136
Hymen hätte zur Belohnung
137
Sie im Freuden-Chor umschwebt,
138
Und ein Leben ihr gewebt,
139
Wie es in Kronions Wohnung
140
Hebe mit Alciden lebt.

141
Dennoch, ohne je zu wanken,
142
Käm' ihr ganzes Heil auch um,
143
Schlangen ihrer Liebe Ranken
144
Um den hingewelkten Kranken
145
Unablöslich sich herum.
146
Schmelzend im Bekümmernisse,
147
Daß der Eumeniden Schar,
148
Die um ihn gelagert war,
149
Nicht in Höllenglut ihn risse,
150
Bot sie sich zum Schirme dar. –

151
Macht in meiner Schuld, o Saiten,
152
Ihrer Tugend Adel kund!
153
Wahrheit knüpfe, des geweihten
154
Lautenschlägers Hand zu leiten,
155
Mit Gerechtigkeit den Bund!
156
Manche Tugend mag er missen:
157
Aber du, Gerechtigkeit,
158
Warst ihm heilig jederzeit!
159
Nein! Mit Willen und mit Wissen
160
Hat er nimmer dich entweiht.

161
Ruf es laut aus voller Seele:
162
Schuldlos war ihr Herz und Blut!
163
Welches Ziel die Rüge wähle,
164
O so trifft sie meine Fehle,
165
Fehle meiner Liebeswut!
166
Geißle mich des Hartsinns Tadel!
167
Wölke sich ob meiner Schuld
168
Selbst die Stirne milder Huld!
169
Büß' ich nur für ihren Adel,
170
O so büß' ich mit Geduld.

171
Ha, nicht linder Weste Blasen
172
Wehte mich zu Lieb' und Lust!
173
Nein, es war des Sturmes Rasen!
174
Flamme, Steine zu verglasen
175
Heiß genug, entfuhr der Brust!
176
Nur in Plutons grausen Landen
177
Hätten, eisern in der Pflicht,
178
Welche keine Not zerbricht,
179
Unholdinnen widerstanden:
180
Doch die zarte Holdin nicht! –

181
Unglückssohn, warum entflammte
182
Deinen Busen solche Glut?
183
Sprich woher, woher sie stammte?
184
Welches Dämons Macht verdammte,
185
Frevler, dich zu dieser Wut? –
186
Eitle Frage! Nimm, Gesunder,
187
Nimm mein Herz und meinen Sinn
188
Ohne dieses Fieber hin!
189
Staune dann noch ob dem Wunder,
190
Wie ich dieser war und bin!

191
Nimm mein Auge hin und schaue,
192
Schau in Ihres Auges Licht!
193
Ah, das klare, himmelblaue,
194
Das so heilig sein: Vertraue
195
Meinem Himmelssinne! spricht!
196
Sieh die Pfirsichzier der Wange,
197
Sieh nur halb, wie auf der Flucht,
198
Dieser Lippe Kirschenfrucht,
199
Ach, und werde von dem Drange
200
Deines Durstes nicht versucht!

201
Sieh, o Blöder, auf und nieder,
202
Sieh mit meinem Sinn den Bau
203
Und den Einklang ihrer Glieder!
204
Wende dann das Auge wieder,
205
Sprich: Ich sah nur eine Frau!
206
Sieh das Leben und das Weben
207
Dieser Graziengestalt,
208
Sieh es ruhig an und kalt!
209
Fühle nicht das Wonnebeben
210
Vor der Anmut Allgewalt!

211
Hat die Milde der Kamönen
212
Gütig dir ein Ohr verliehn,
213
Aufgethan den Zaubertönen,
214
Die in Leid- und Freudenthränen
215
Seelen aus den Busen ziehn:
216
O so neig' es ihrer Stimme
217
Und es ist um dich gethan!
218
Deine Seele faßt ein Wahn,
219
Daß sie in der Flut verglimme,
220
Wie ein Funk' im Ozean.

221
Nahe dich dem Taumelkreise,
222
Wo ihr Nelkenatem weht;
223
Wo ihr warmes Leben leise,
224
Nach Magnetenstromes Weise,
225
Dir an Leib und Seele geht!
226
Arm und Arm dann um einander!
227
An einander Brust und Brust!
228
Wenn du dann in heißer Lust –
229
Ha, du bist ein Salamander,
230
Wenn du nicht zerlodern mußt!

231
Steig' empor vom Erdenthale,
232
Was auch Florens Hand es kränzt!
233
Sonne dich, o Lied, im Strahle,
234
Der herab vom Sternensaale
235
Diesen Frühling überglänzt!
236
Siehe, wie des Maies Wonne,
237
So verarmt Autumnus Horn;
238
Wir verschwelgen Most und Korn:
239
Aber nie versiegt die Sonne,
240
Gottes goldner Segensborn.

241
Ohne Wandel durch die Jahre,
242
Durch den Wechsel aller Zeit,
243
Leuchtet hoch das reine, klare
244
Geistig-Schöne, Gute, Wahre
245
Dieser Seel' in Ewigkeit.
246
Lebensgeist, von Gott gehauchet,
247
Odem, Wärme, Licht zu Rat,
248
Kraft zu jeder Edelthat,
249
Selig, wer in dich sich tauchet,
250
Du der Seelen Labebad!

251
Schmeichelflut der Vorgefühle
252
Hoher Götterlust schon hier
253
Wallet oft, bei Frost und Schwüle,
254
Wie mit Wärme, so mit Kühle,
255
Lieblich um den Busen mir.
256
Fühlet wohl ein Gottesseher,
257
Wann sein Seelenaug' entzückt
258
In die bessern Welten blickt,
259
Fühlt er seinen Busen höher,
260
Unaussprechlicher beglückt?

261
O der Wahrheit! O der Güte,
262
Rein wie Perlen, ächt wie Gold!
263
O der Sittenanmut! Blühte
264
Je im weiblichen Gemüte
265
Jeder Tugend Reiz so hold?
266
Hinter sanfter Hügel Schirme,
267
Wo die Purpurbeere reift
268
Und der Liebe Nektar träuft,
269
Hat kein Fittich böser Stürme
270
Dies Elysium bestreift.

271
Da vergiftet nichts die Lüfte,
272
Nichts den Sonnenschein und Tau,
273
Nichts die Blum' und ihre Düfte;
274
Da sind keine Mördergrüfte,
275
Da beschleicht kein Tod die Au;
276
Da berückt dich keine Schlange,
277
Zwischen Moos und Klee versteckt;
278
Da umschwirrt dich kein Insekt,
279
So das Lächeln von der Wange,
280
Aus der Brust den Frieden neckt.

281
Alle deine Wünsche brechen
282
Ihre Früchte hier in Ruh;
283
Milch und Honig fließt in Bächen;
284
Töne wie vom Himmel sprechen
285
Labsal dir und Segen zu. –
286
Doch – du fühlest dich verlassen,
287
Lied, in dieser Region!
288
Lange weigern sich dir schon,
289
Das Unsägliche zu fassen,
290
Bild, Gedanke, Wort und Ton. –

291
Der, dem sie die Götter schufen
292
Zur Genossin seiner Zeit,
293
Ist vor aller Welt berufen,
294
Zu erobern alle Stufen
295
Höchster Erdenseligkeit.
296
Ihm gedeihn des Glückes Saaten;
297
Seinem Wunsch ist jedes Heil,
298
Ehre, Macht und Reichtum feil:
299
Denn zu tausend Wunderthaten
300
Wird Vermögen ihm zu teil.

301
Durch den Balsam ihres Kusses
302
Höhnt das Leben Sarg und Grab;
303
Stark im Segen des Genusses
304
Gibt's der Flut des Zeitenflusses
305
Keine seiner Blühten ab.
306
Rosicht hebt es sich und golden,
307
Wie des Morgens lichtes Haupt,
308
Seiner Jugend nie beraubt,
309
Aus dem Bette dieser Holden,
310
Mit verjüngtem Schmuck umlaubt.

311
Erd' und Himmel! Eine Solche
312
Sollt' ich nicht mein eigen sehn?
313
Über Nattern weg und Molche,
314
Mitten hin durch Pfeil' und Dolche
315
Konnt' ich stürmend nach ihr gehn.
316
Mit der Stimme der Empörung
317
Konnt' ich furchtbar: Sie ist mein!
318
Gegen alle Mächte schrein,
319
Tempel lieber der Zerstörung,
320
Eh' ich ihrer mißte, weihn.

321
Singt mir nicht das Lied von Andern!
322
Andre sind für mich nicht da:
323
Sollt' ich auch, gleich Alexandern,
324
Durch die Welt erobernd wandern.
325
West- und osthin, fern und nah.
326
Andre füllen Andrer Herzen;
327
Andre reizen Andrer Sinn.
328
Wann ich erst ein Andrer bin,
329
Dann sind Andrer Lust und Schmerzen
330
Mir Verlust auch und Gewinn.

331
Läßt, so ganz nach allen Fernen,
332
So von Allem abgetrennt,
333
Was die Sehnsucht möchte körnen,
334
Schwebend zwischen Meer und Sternen,
335
Von des Durstes Glut verbrennt,
336
Läßt die Strebekraft sich dämpfen,
337
Wenn wir dann, so weit wir sehn,
338
Eine Labung nur erspähn?
339
Gilt was anders, als erkämpfen,
340
Oder kämpfend untergehn? –

341
Herr des Schicksals, deine Hände
342
Wandten meinen Untergang!
343
Nun hat alle Fehd' ein Ende;
344
Dich, o neue Sonnenwende,
345
Grüßet jubelnd mein Gesang!
346
Hymen, den ich benedeie,
347
Der du mich der langen Last
348
Endlich nun entladen hast,
349
Habe Dank für deine Weihe!
350
Sei willkommen, Himmelsgast!

351
Sei willkommen, Fackelschwinger!
352
Sei gegrüßt im Freudenchor,
353
Schuldversöhner, Grambezwinger!
354
Sei gesegnet, Wiederbringer
355
Aller Huld, die ich verlor!
356
Ach, von Gott und Welt vergeben
357
Und vergessen werd' ich sehn
358
Alles, was nicht recht geschehn,
359
Wann im schönsten neuen Leben
360
Gott und Welt mich wandeln sehn.

361
Schände nun nicht mehr die Blume
362
Meiner Freuden, niedre Schmach!
363
Schleiche, bis zum Heiligtume
364
Frommer Unschuld, nicht dem Ruhme
365
Meiner Auserwählten nach!
366
Stirb nunmehr, verworfne Schlange!
367
Längst verheertest du genug!
368
Ihres Retters Adlerflug
369
Rauscht heran im Waffenklange
370
Dessen, der den Python schlug.

371
Schwing', o Lied, als Ehrenfahne
372
Deinen Fittich um ihr Haupt!
373
Und erstatte, trotz dem Wahne,
374
Was ihr mit dem Drachenzahne
375
Pöbellästerung geraubt!
376
Spät, wann dies' im Staubgewimmel
377
Längst des Unwerts Buße zahlt,
378
Strahl', in dies Panier gemalt,
379
Adonide, wie am Himmel
380
Dort die Halmen-Jungfrau strahlt.

381
Erdentöchter, unbesungen,
382
Roher Faunen Spiel und Scherz,
383
Seht, mit solchen Huldigungen
384
Lohnt die teuern Opferungen
385
Des gerechten Sängers Herz!
386
Offenbar und groß auf Erden,
387
Hoch und hehr zu jeder Frist,
388
Wie die Sonn' am Himmel ist,
389
Heißt ers vor den Edlen werden,
390
Was ihm seine Holdin ist. –

391
Lange hatt' ich mich gesehnet,
392
Lange hatt' ein stummer Drang
393
Meinen Busen ausgedehnet.
394
Endlich hast du sie gekrönet,
395
Meine Sehnsucht, o Gesang!
396
Ach! dies bange süße Drücken
397
Macht vielleicht ihr Gegenstand
398
Nur der jungen Frau bekannt.
399
Trägt sie so nicht vom Entzücken
400
Der Vermählungsnacht das Pfand?

401
Ah, nun bist du mir geboren,
402
Schön, ein geistiger Adon!
403
Tanzet nun, in Lust verloren,
404
Ihr, der Liebe goldne Horen,
405
Tanzt um meinen schönsten Sohn!
406
Segnet ihn, ihr Pierinnen!
407
Laß, o süße Melodie,
408
Laß ihn, Schwester Harmonie,
409
Jedes Ohr und Herz gewinnen,
410
Jede Götterphantasie!

411
Nimm, o Sohn, das Meistersiegel
412
Der Vollendung an die Stirn!
413
Ewig strahlen dir die Flügel,
414
Meines Geistes helle Spiegel,
415
Wie der Liebe Nachtgestirn!
416
Schweb', o Liebling, nun hinnieder,
417
Schweb' in deiner Herrlichkeit
418
Stolz hinab den Strom der Zeit!
419
Keiner wird von nun an wieder
420
Deiner Töne Pomp geweiht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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