Vor ihrem Fenster

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Wilhelm Müller: Vor ihrem Fenster (1821)

1
Vor deinem hellen Fenster still zu stehn!
2
Den Vorhang find' ich hoch hinaufgewunden,
3
Frei darf mein Blick in seinen Himmel sehn.

4
Die Blumen, die sich an die Rahmen schmiegen,
5
Umschlingen mir dein Bild mit ihrem Kranz,
6
Und meines Odems Hauche überfliegen
7
Mit trübem Nebelduft der Scheiben Glanz.

8
Da sitzest du, so still und unbefangen,
9
Das schöne Haupt gestützt auf deinen Arm,
10
Und ich bin dir so nah mit Lust und Bangen,
11
Mit meiner Wünsche ungestümem Schwarm.

12
Du schauest her: es wissen deine Augen
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Vom süßen Zauber ihrer Blicke nicht,
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Wie meine sich aus ihnen trunken saugen,
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Und hell erglühen nur von ihrem Licht.

16
Du ahnest nicht, wie sich mein ganzes Leben
17
Gleich einem Mond um deine Sonne dreht,
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Der bald sich will auf stolzen Strahlen heben,
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Bald tief gebeugt in Thränen untergeht.

20
Still, still, mein Herz! Was meint dein wildes
21
Schlagen?
22
Schau über dich, der Himmel ist nicht fern;
23
Und Flammen, die aus Sternen fallen, tragen
24
Der Menschen Seufzer vor den Thron des Herrn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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