Erster Schmerz, letzter Scherz

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Wilhelm Müller: Erster Schmerz, letzter Scherz (1821)

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Mit deinem hellen Rohr,
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Und blas' den lieben Kindern
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Die schönen Lieder vor.

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Die Lust ist ja verrauschet,
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Das Leid hat immer Zeit:
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Nun singe neue Lieder
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Von alter Seligkeit.

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Noch blühn die alten Blumen,
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Noch rauscht der alte Bach,
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Es scheint die liebe Sonne
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Noch wie am ersten Tag.

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Die Fensterscheiben glänzen
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Im klaren Morgenschein,
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Und hinter den Fensterscheiben
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Da sitzt die Liebste mein.

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Ein Jäger, ein grüner Jäger,
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Der liegt in ihrem Arm —
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Ei, Bach, wie lustig du rauschest,
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Ei, Sonne, wie scheinst du so warm!

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Ich will einen Strauß dir pflücken,
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Herzliebste, von buntem Klee,
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Den sollst du mir stellen an's Fenster,
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Damit ich den Jäger nicht seh'.

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Ich will mit Rosenblättern
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Den Mühlensteg bestreu'n:
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Der Steg hat mich getragen
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Zu dir, Herzliebste mein!

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Und wenn der stolze Jäger
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Ein Blättchen mir zertrit,
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Dann stürz', o Steg, zusammen
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Und nimm den Grünen mit!

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Und trag' ihn auf dem Rücken
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In's Meer, mit gutem Wind,
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Nach einer fernen Insel,
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Wo keine Mädchen sind.

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Herzliebste, das Vergessen,
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Es kommt dir ja nicht schwer —
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Willst du den Müller wieder?
39
Vergißt dich nimmermehr.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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