Jez stelletich! – Du doher, hani gseit!

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Peter Hebel: Jez stelletich! – Du doher, hani gseit! Titel entspricht 1. Vers(1793)

1
Jez stelletich! – Du doher, hani gseit!
2
Und du dört mit dim große Dreispitz links!
3
Und neig si jeds, und bettet lisli no!
4
Do bringi, liebi gnädigi Fürstefrau,
5
ne ganzi Hochzit usem Hauestei
6
vo Herischwand. Vor vierzeh Johre hen
7
si alli 's ABC no bi mer glehrt
8
und treui Fürsteliebi. – Der do het
9
scho in der Schuel gern 's Mariannli gseh
10
und Töpli ghobe für's. Drum, d'Liebi het
11
kei Zit. Jez endli vor Michelitag
12
hen's d'Vätter usgmacht. – »Loset«, hani gseit,
13
»lönt's mittem Chilchgang, mittem Freudesprung
14
no Zit ha bis zum heilige Stephanstag!
15
Mer göhn go Carlisrueh! Wer weiß, es macht
16
der liebi Fürstin au ne chleini Freud.
17
Sie isch jo au zu üs cho. Großi Freud
18
isch's gsi im Land.« – O gnädigi Fürstefrau,
19
mer chönnes nie vergesse. D'Muetter seit's
20
im Chindli uffem Schoß, und 's Chindli lacht
21
und zuckt vor Freude. Dankich Gott der Her
22
für Eui Liebi, und was Euer Herz
23
erfreue mag, das gebich Gott! – 's erfreut
24
viel tausig, tausig Herze. Üsereis
25
cha's nit so sagen, au ne Schuelher nit.
26
– 's isch viel gseit. – Bring der lieb Gott gsund und froh
27
bald wieder üse Heren in sein Schloß,
28
und segne seine Kronen und sein Haus
29
auf späte Zeit! – Sin Eui Chinder brav?
30
's größt wird jez bald in d'Schuel go, denki wol.
31
Erhalt Gott ihri Bäckli frisch und rot,
32
und schenkene der Muetter chöstlig Herz,
33
und bald e Brüederli. – Jez weihet au
34
mi Pärli do mit Euem liebe Blick,
35
und chömmet, wenn der Maie wieder grüent,
36
und Bluest zue neue Freudechränze bringt,
37
au wieder ufe! – 's g'rotet Frucht und Wi
38
nit, bis der wieder in der Nöchi sind,
39
und Sege bringet, wie im Johrgang Ölf.
40
's isch Sege, wo der sind. – Jez, Mariann,
41
gang, gib's Papierli umme! Bisch nit schüch,
42
und neig di zimpfer! Zeig!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.