Antwort auf den Glückwunsch zur Würde eines Viertelsvogts

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Johann Peter Hebel: Antwort auf den Glückwunsch zur Würde eines Viertelsvogts (1793)

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's isch frili wohr, e Viertelsvogt,
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wenn so ne Her im Sessel hockt,
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und ißt si Fleisch und trinkt si Wi,
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sel luegt e wenig anderst dri.
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Sust hani wol zu Brot und Schunke
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ne Moos, au anderthalbi trunke,
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jez, wie's der Name mit em bringt,
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der Viertelsvogt e Viertel zwingt.
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Sust isch meng Eichli, ungvexirt,
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z' Nacht usem Gmeiwald furt spazirt,
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's het glengt no zu de chleine Poste,
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jez cha's bi Gost e Wäldli choste.
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Sust hani nit no Ehre gspannt,
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ha's au nit gha, 's isch wohlbikannt,
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jez heißt's: »Tue d'Augen uf, du Stock,
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siehsch nit, wer chunnt, der Viertelsvogt!«
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Sust hani, wiene Burgersma,
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mi Laubi und mi Lusti gha
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und bi mit Holz und andere Ware
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go Basel und ins Rebland gfahre.
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Jez isch's verbei, sel isch für d'Chnecht,
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die Lumperkerli, ebe recht.
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Der Viertelsvogt den Gaul besteigt
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und drauf hinein nach Basel reit.
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Ne brave Choli hani do,
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und isch mi zimli wolfel cho.
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I ha ne alte Esel gchauft,
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und vor der Hand zum Rößli tauft.
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Zerst hani sini Ohre gstuzt,
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druf hani en mit Chienrueß puzt,
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e falsche Zopf ans Füdle ghenkt,
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wo bis an Boden abe lengt,
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und riit jez druf in Stadt und Land,
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und woni näume gang und stand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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