Wie? Was sagetder, aß der seiget, in Eure Epistle?

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Johann Peter Hebel: Wie? Was sagetder, aß der seiget, in Eure Epistle? Titel entspricht 1. Vers(1793)

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Wie? Was sagetder, aß der seiget, in Eure Epistle?
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Schatzigbleger? Nei, was muß me für Sachen erlebe?
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Hender d'Schatzig bleit, Her Gyßer? Jesis, gent Achtig,
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wenn sie jünglet, wie's ich goht! Das chönnemer bruche.
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Was het selle gseit, wo ghört het, d'Sunne heig gwibet?
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's stoht ins Vetters Fable. Er het mit schrundige Hände
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in de Hoore gchratzt. »I mein, sie mach eim alleinig
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heiß gnug«, het er gseit, »mit ihrem durstigen Otem,
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und trinkt alli Brunnen us; 's wird suferi Arbet
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werde, wenn sie Jungi het, und hinter de Berge
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wie ne Gluckere füre chunnt mit sieben und achte.«
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Lueget, so wird's goh, wenn d'Schatzig Bueben und Meidli
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überchunnt und lebig bhaltet, gfräßige Chinder,
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's wird nit z'bschribe si, was für e Lamento ins Land chunnt.
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Vetter Gyßer, loset, der hent doch bsunderi Jeste!
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Jo, i mueß es sage, und wenn's mi gnädige Landsher
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über churz und lang erfahrt, und henktich der Brotkorb
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höcher, wie der selber förchtet, nimmt's mi nit wunder.
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Isch's ich öbbe, wil der Moler z'Müllen eweg chunnt,
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gumperig, und meinet, jez lueg ich niemes uf d'Ise?
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Hender gmeint? Jowohl! Sie hen scho wieder en andre
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in der Machi, und er würd ich d'Zeche verlese.
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Wie het Rehabeam gseit? »Mein Finger«, seit er, »soll schwerer
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sein als meines Vaters Arm.« Der werdet's erfahre!
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Holzma heißt er, sage d'Lüt, er schribt si vo Spir her
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ehnen am breite Rhi, wo jez der Premie Consul
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d'Schatzig bleit, und 's Volch regiert mit bluetige Hände.
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Vetter Gyßer, 's fallt mer i, isch nit wohr, mer hen doch
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mengerlei Heren im Land von allen Enden und Orte.
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und mir sin no als die brävste? Hättemer numme
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näumis glehrt! Mer hätte doch so ordli der Zit gha.
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Aber jez isch z'spotl Und mengmol, wenn mini Schüler
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mehr verstöhn as ich, und froge mi spitzigi Sache,
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woni selber nit weiß, se sagi: »Loset, der müent ein
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nit gli z'Schande mache! 's isch almig nit gsi, wie's jez isch,
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mittem Lehre, und me het just d'Glegeheit nit gha.
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Bhaltet's binich, was der wüsset! Wendet's im stillen
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a, und werdet brav, und saget, der heiget's bi mir glehrt,
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aß i au no Ehr erleb, und dankbari Zite!«
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Vetter Gyßer, hent der Buebe, soll ein e Pfarer
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werde, hani nüt derwider. Rüeihig verlebt er
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sini Stunden uffem Land. Ne freudige Wechsel
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zwischen Arbet und Rueih, und zwische Studieren und Martsche,
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zwischen Essen und Verdaue flicht si durch's Lebe.
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Ob em hangt der Himmel voll Sunne, Sternen und Gige;
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unterem der Boden, er treit em fruchtberi Zehnte.
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Uf de Matte weide d'Chüeih, ihm trage sie d'Milch zue;
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an de Berge grase d'Schof, ihm chrüslet si d'Wulle;
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in den Eichle chnarflet d'Sau, ihm leit sie der Speck a.
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Färlet näume ne Moor, het au der Pfarer si Säuli.
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Meint der Fürst, er heig si Sach an Zinsen und Gfälle,
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mueß er mittem Pfarer teilen oder Prozeß ha.
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Drum, Her Gyßer, was i sag, und wenn ein e Pfarer
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werde will, und wenn e schöni mannberi Tochter
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no nem Vikari luegt, und er luegt wieder no ihre,
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und sie wechsle mitenander fründligi Rede,
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lönt sie mache, sagi. Doch vorem leidige Schulstaub
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soll der Himmel euer Chind in Gnade biwahre.
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Aber mi Red nit z'vergessen und eui Jesten und Rime,
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jo, i ha sie übercho; si hemmer e Freud gmacht,
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bsunders selli Frau. Wie isch's ere endli no gange?
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Isch sie wieder z'Chräfte cho? I möchtere's gunne.
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Oder het sie g'endet, und trinkt in blaue Reviere
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Sterneluft und Himmelstau, und mutteret nümme?
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Helfis Gott! Mer werde au no 's Bündeli mache,
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und ins himmlisch Canaan der Weg unter d'Füeß neh!
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's seig e gangberi Stroß; sie gang gwiß übere Chilchhof.
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Sieder wemmer leben, und 's Lebe freudig verbruuche,
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Trübli esse, Neue trinke, Chestene brote!
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(vetter Gyßer, chunnt deim Buur si sunnige Rebberg
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mit der Zit an Stab, se bietet für mi. Es chunnt mer
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nit uf näumis a, und d'Morgesunnen isch viel wert.
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Lueget, jez mueßi in d'Schul, sust wotti no allerlei sage.
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Bhüetich Gott! Vergelt's Gott au! Und chömmet bal wieder.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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