Der lieb Gott het zum Früehlig gseit

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Johann Peter Hebel: Der lieb Gott het zum Früehlig gseit Titel entspricht 1. Vers(1793)

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Der lieb Gott het zum Früehlig gseit:
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»gang, deck im Würmli au si Tisch!«
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Druf het der Chriesbaum Blätter treit,
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vil tausig Blätter grün und frisch.
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Und 's Würmli us em Ei verwacht's,
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s het gschlofen in sim Winterhus.
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Es streckt si, und sperrt 's Müüli uf
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und ribt die blöden Augen us.
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Und druf se het's mit stillem Zahn
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am Blättli gnagt enanderno
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und gseit: »Wie isch das Gmües so guet!
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Me chunnt schier nimme weg dervo.«
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Und wieder het der lieb Gott gseit:
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»deck jez im Immli au si Tisch.«
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Druf het der Chriesbaum Blüte treit,
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viel tausig Blüte wiiß und frisch.
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Und 's Immli sieht's und fliegt druf los,
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früeih in der Sunne Morgeschin.
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Er denkt: »Das wird mi Caffi si;
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si henn doch chosper Porzelin.
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Wie sufer sin die Chächeli gschwenkt«
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Es streckt si troche Züngli dri.
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Es trinkt und seit: »Wie schmeckt's so süß,
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do muß der Zucker wohlfel si.«
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Der lieb Gott het zum Summer gseit:
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»gang, deck im Spätzli au si Tisch!«
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Druf het der Chriesbaum Früchte treit,
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viel tausig Chriesi rot und frisch.
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Und 's Spätzli seit: »Isch das der Bricht?
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Do sitzt me zu, und frogt nit lang.
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Das git mer Chraft in Mark und Bei
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und stärcht mer d'Stimm zum neue Gsang.«
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Der lieb Gott het zum Spötlig gseit:
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»ruum ab, sie hen jez alli gha!«
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Druf het e chüele Bergluft gweiht,
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und 's het scho chleini Rife gha.
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Und d'Blättli werde gel und rot
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und fallen eis im andere no,
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und was vom Boden obsi chunnt,
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mueß au zum Bode nidsi go.
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Der lieb Gott het zum Winter gseit:
42
»deck weidli zu, was übrig ist.«
43
Druf het der Winter Flocke gstreut –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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