Zeig, Chind! Wie het sel Spätzli gseit?

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Johann Peter Hebel: Zeig, Chind! Wie het sel Spätzli gseit? Titel entspricht 1. Vers(1793)

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Zeig, Chind! Wie het sel Spätzli gseit?
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Weisch's nümme recht? Was luegsch mi a?
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»'s het gseit: ›I bi der Vogt im Dorf,
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i mueß von allem d'Vorles ha‹.«
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Und wo der Spötlig seit: ›'s isch gnueg!‹
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Was tut mi Spatz, wo d'Vorles het?
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»er liest am Bode d'Brösli uf,
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sust müeßt er hungerig ins Bett.«
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Und wo der Winter d'Felder deckt,
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was tut mi Spatz in siner Not?
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»er pöpperlet am Fenster a
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und bettlet um e Stückli Brot.
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Gang, gib em, Muetter! 's friert en sust.«
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Zeig, sag mer z'erst, 's pressiert nit so,
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wie chunnt's der mit dem Spätzli vor?
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Meinsch nit, es chönnt eim au so goh?
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Chind, wird's der wohl, und 's goht der guet,
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sag nit: ›I bi ne riche Her‹,
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und iß nit Brotis alli Tag!
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's chönnt anders werde, handumcher.
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Iß nit der chrosplig Ranft vom Brot,
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und loß die weiche Brosme stoh!
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– De hesch's im Bruuch – es chunnt e Zit,
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und wenn de's hättsch, wie wärsch so froh!
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Ne blaue Mentig währt nit lang,
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und d'Wuche het no mengi Stund,
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und mengi Wuche lauft durs Dorf,
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bis jedem au si lezti chunnt.
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Und was men in sim Früehlig lehrt,
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me treit nit schwer, und het's emol,
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und was men in sim Summer spart,
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das chunnt eim in sim Spötlig wohl.
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Chind, denk mer dra, und halt di guet!
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»o Muetter lueg, der Spatz will goh!«
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Se gang er! Leng die Hirse dört,
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und streu em! Er wird wieder cho!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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