Dem aufrichtigen und wohlerfahrnen Schweizerboten an seinem Hochzeittage

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Johann Peter Hebel: Dem aufrichtigen und wohlerfahrnen Schweizerboten an seinem Hochzeittage (1793)

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I ha 's jo gseit, und 's isch so cho!
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Was hani gseit? 's werd nit lang goh,
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se bringt der Bott vom Schwitzerland
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es Brütli an der weiche Hand,
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es lieblig Brütli mit'm Chranz
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zum Chilgang und zum Hochzittanz.
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's isch frili wohr, und so ne Ma
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es Fraueli, das mueß er ha.
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Früeih, wenn er mit'm Morgerot
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uf d'Stroß go Brugg und Basel goht,
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wer nimmt en z' erst no lieb und warm,
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zum Bhüetdigott und Chuß, in Arm?
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Und wenn er mittem Abedstern
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in d'Heimet chunnt, was hätt er gern?
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's sött näumis an der Huustür stoh,
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es sött em lieb eggege cho,
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und fründli säge: »Grüeß di Gott,
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du liebe Ma und Schwizerbott!«
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Und säge sött's em: »Liebe Ma,
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chumm weidli, leg d'Pantofflen a,
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und 's Tschöpli! Uffem Tischtuch stoht
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di 's Süppli scho vo wißem Brot.
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Chumm liebi Seel, und iß jez z' Nacht!
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Und 's Bettli isch der au scho gmacht.«
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Das weiß er wohl, mi Schwizerbott,
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's isch nit, as wennim 's säge wott.
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Drum het er au am lange Rhi
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und Kanton us und Kanton i
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meng Meidschi scharf in d'Auge gno,
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öb nit bald wöll die rechti cho.
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Und Kanton us und Kanton i,
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bald an der Limmet, bald am Rhi,
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wol het er bravi Meidsch'ne gseh,
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wie 's Rösli rot, wiß wie der Schnee,
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so tusigschön und gut und froh.
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Die rechti het nit welle cho.
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's macht nüt. Mi liebe Schwizerbott
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het gseit: »I find sie doch, will's Gott!«
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I glaub es schier, Herr Bottema!
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Längst heit er 's in der Nöchi gha.
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Tüent d'Augen uf! Bim Saferlot,
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sie chunnt nit selbst. Verzeih mir's Gott!
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Jez het er sie, und isch er froh,
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der Landamma isch's gwüs nit so.
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Gib, was de hesch, biet, was de witt,
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er tuuschte mit dem Kaiser nit.
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Er lueget nu sis Brütli a:
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»jez bisch mi Wib und i di Ma!«
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I säg es frei, und säg es lut:
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Herr Schwitzerbott mit euer Brut,
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Gott gunntich wol e bravi Frau,
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und wie 's euch freut, so freut's üs au,
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und gebich Gott de alliwil
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der liebe neue Freude viel.
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Denk, wenn's no einist gwintert het,
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was streckt si da im chline Bett,
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und lächlet lieb? Mi Bottema,
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er luegt si goldig Buebli a.
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Er lengt e süße Zuckerring:
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»lueg, was i der von Aarau bring!«
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Nu flink dur's Land, Herr Bottema,
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mit euer Täschen uf und a,
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und bringet, wie mer's gwohnet sin,
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viel schöne Bricht und Lehre drinn.
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An Zuckerbrot und Marzipa
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für d'Chindli soll's nit Mangel ha.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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