Hoch von der langen schwarzen Möhr herab

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Johann Peter Hebel: Hoch von der langen schwarzen Möhr herab Titel entspricht 1. Vers(1793)

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Hoch von der langen schwarzen Möhr herab,
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vom Platzberg her, auf wohlbekanntem Pfad
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erschein ich dir, o Freund, den Blumenkranz
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dir bringend, den ich jüngst in Wald und Flur
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und an der Wiese duftigem Gestad
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und um die stillen Dörfer her gepflückt.
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Zwar nur Gamänderlein und Ehrenpreis,
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nur Erdbeerblüten, Dolden, Wohlgemut
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und zwischendurch ein dunkles Rosmarin,
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geringe Gabe! doch so gut sie kann,
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hat lächelnd und mit ungezwungener Hand
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des Feldes Muse sie in diesen Kranz
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gewunden, und der reine Freundessinn,
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der dir ihn bietet, sei allein sein Wert.
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Und hing er nun hier unterm Spiegel schön,
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so schwankt er schöner doch am Lindenast
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in freier Weitung, leichter Weste Spiel.
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Dort schwank' er denn!, und sammelt um sich her
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die Linde unterm Sonntagshimmelblau
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das frohe Völklein aus dem nahen Dorf,
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das gute Völklein, das dich liebt und ehrt,
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und unter ihnen manchen mir von Blut
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verwandt, und manchen aus der goldnen Zeit
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der frohen Kindheit mir noch wert und lieb,
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so teilst du gern des kleinen Spaßes Freud
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mit ihnen. Seht, zu diesem leichten Strauß,
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so sagst du, sind die besten Blümlein doch
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von unsrer Flur, und unser Eigentum
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mit Recht. – Jo weger uffem Alzebüehl,
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jo weger uffem Maiberg hen sie blüeiht,
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und bin i nit im frische Morgetau
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dur d'Matte gstreift, und über d'Gräbe gumpt,
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und hani nit ab mengem hoche Berg
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mit nassen Augen abe gluegt ins Dorf
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und hanich Fried und guti Stunde gwünscht.
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's isch weger wohr, und glaubsch mer's nit, se frog
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de Bammert, mengmal het er mi verscheucht
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im Habermark und im verhängte Wald.
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Se bschauet denn mi Blumechränzli au
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am Lindenast, und 's freut mi, wenn's ich gfallt,
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und nehmet so verlieb! Es isch nit viel.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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