11
Nicht von irdischer Kost gedeihen einzig die Wesen,
12
Aber du nährest sie all' mit deinem Nektar, o
14
Und es drängt sich und rinnt aus deiner ewigen
16
Die beseelende Luft durch alle Röhren des Lebens.
17
Darum lieben die Wesen dich auch und ringen und
19
Unaufhörlich hinauf nach dir in freudigem Wachs-
21
Himmlischer! sucht nicht dich mit ihren Augen die
23
Streckt nach dir die schüchternen Arme der niedrige
25
Daß er dich finde, zerbricht der gefangene Same
27
Daß er belebt von dir in deiner Welle sich bade,
28
Schüttelt der Wald den Schnee, wie ein überlästig
30
Auch die Fische kommen herauf und hüpfen ver-
32
Ueber die glänzende Fläche des Stroms, als be-
34
Aus der Wiege zu dir; auch den edeln Thieren
36
Wird zum Fluge der Schritt, wenn oft das ge-
38
Die geheime Liebe zu dir sie ergreift, sie hinauf-
40
Stolz verachtet den Boden das Roß, wie gebogener
42
In die Höhe sein Hals, mit der Hufe berührt
44
Wie zum Scherze, berührt der Fuß der Hirsche
46
Hüpft, wie ein Zephyr, über den Bach der reißend
48
Hin und wieder schweift, kaum sichtbar durch die
50
Aber des Aethers Lieblinge, sie, die glücklichen Vögel
51
Wohnen und spielen vergnügt in der ewigen Halle
53
Raums genug ist für alle. Der Pfad ist keinem
55
Und es regen sich frei im Hause die Großen und
57
Ueber dem Haupt frohlocken sie mir und es sehnt
59
Wunderbar zu ihnen hinauf; wie die freundliche
61
Winkt es von oben herab und auf die Gipfel der
63
Möcht' ich wandern und rufen von da dem eilenden
65
Daß er, wie einst in die Arme des Zeus den se-
67
Aus der Gefangenschaft in des Aethers Halle mich
69
Thöricht treiben wir uns umher; wie die irrende
71
Wenn ihr der Stab gebricht, woran zum Himmel
73
Breiten wir über den Boden uns aus und suchen
75
Durch die Zonen der Erd', o Vater Aether! ver-
77
Denn es treibt uns die Lust in deinen Gärten zu
79
In die Meeresfluth werfen wir uns, in den freie-
81
Uns zu sättigen, und es umspielt die unendliche
83
Unsern Kiel, es freut sich das Herz an den Kräf-
85
Dennoch genügt ihm nicht! denn der tiefere Ocean
87
Wo die leichtere Welle sich regt — o wer dort an
89
Goldnen Küsten das wandernde Schiff zu treiben
91
Aber indeß ich hinauf in die dämmernde Ferne
93
Wo du fremde Gestad umfängst mit bläulicher Woge,
94
Kömmst du säuselnd herab von des Fruchtbaums
96
Vater Aether! und sänftigest selbst das strebende
98
Und ich lebe nun gern, wie zuvor, mit den Blu-