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Er kam, und mir frohlokte
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Das Herz, wie er herab die Straße ging,
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Und mir das Volk den fremden Herrlichen
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Bestaunt'! und lobend über ihn geheim
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Die Nachbarn sich besprachen, und er jetzt
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Den Knaben, der an ihm vorüberging,
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Nach meinem Hause fragt'! ich sahe nicht
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Hinaus, ich konnt', an meinem Tische sitzend,
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Ihn ohne Scheue sehn — wie red' ich viel?
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Und da er nun herauf die Treppe kam,
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Und ich die Tritte hört' und seine Thüre
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Mein Vater öffnete, sie draußen sich
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Stillschweigend grüßten, daß ich nicht
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Ein Wort vernehmen konnt', ich Unvernünft'ge,
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Wie ward mir bange wieder? Und sie blieben
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Nicht kurze Zeit allein im andern Zimmer,
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Daß ich es länger nicht erdulden konnt',
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Und dacht': ich könnte wohl den Vater fragen
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Um dieß und jenes, was ich wissen mußte.
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Dann hätt' ichs wohl gesehn in ihren Augen,
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Wie mir es werden sollte. Doch ich kam
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Bis an die Schwelle nur, gieng lieber doch
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In meinen Garten, wo die Pflanzen sonst,
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In andrer Zeit, die Stunde mir gekürzt.
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Und fröhlich glänzten, von des Morgens Thau
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Gesättiget, im frischen Lichte sie
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Ins Auge mir, wie liebend sich das Kind
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An die betrübte Mutter drängt, so waren
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Die Blumen und die Blüthen um mich rings,
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Und schöne Pforten wölbten über mir
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Doch ich konnt' es jetzt nicht achten,
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Nur ernster ward und schwerer nur, und bänger
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Das Herz mir Armen immer, und ich sollte
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Wie eine Dienerinn von ferne lauschen,
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Ob sie vielleicht mich riefen, diese Männer!
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Ich wollte nun auch nimmer um mich sehn,
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Und barg in meiner Laube mich und weinte,
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Und hielt die Hände vor das Auge mir.
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Da hört' ich sanft des Vaters Stimme nah,
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Und lächelnd traten, da ich noch die Thränen
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Mir trocknete, die beyden in die Laube:
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„hast du dich so geängstiget, mein Kind!
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„und zürnst du, sprach der Vater, daß ich erst
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„für mich den edlen Gast behalten wollt'?
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„ihn hast du nun. Er mag die Zürnende
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„mit mir versöhnen, wenn ich Unrecht that.“
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„ist dein geworden, Tochter! sprach er jetzt,
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„und dein, o Sohn! dieß heiligliebend Weib.
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„ein freudig Wunder, daß die alten Augen
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„mir übergehen, seyd ihr mir, und blüht,
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„wie eine seltne Blume mir, ihr Beyden!
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„denn nicht gelingt es immerhin den Menschen,
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„das Ihrige zu finden. Großes Glück
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„zu tragen und zu opfern giebt der Gott
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„den Einen, weniger gegeben ist
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„den Andern; aber hoffend leben sie.
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„zwey Genien geleiten auf und ab
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„uns Lebende, die Hoffnung und der Dank.
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„mit Einsamen und Armen wandelt jene,
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„die Immerwache; dieser führt aus Wonne
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„die Glücklichen des Weges freundlich weiter,
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„vor bösem Schiksal sie bewahrend. Oft,
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„wenn er entfloh, erheben sich zu sehr
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„die Freudigen, und rächend traf sie bald
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„das freie Herz von seinen Freuden aus,
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„der Sonne gleich, die liebend ihre Stralen
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„an ihrem Tag' aus goldner Fülle giebt;
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„und um die Guten dämmert oft und glänzt
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„ein Kreis von Licht und Luft, so lang sie leben.
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Wie anders wars, wie anders, da mit ihm,
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Dem Liebenden, dem Freudigen, ich jetzt,
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Ich Freudige, zu unsrer Mutter auf,
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Zur schönen Sonne sah! nun dämmert es
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Im Auge nicht, wie sonst im sehnenden,
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Nun grüßt' ich helle dich, du stolzes Licht!
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Und lächelnd weiltest du, und kamst und schmücktest
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Den Lieben mir, und kränztest ihm mit Rosen
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Die Schläfe, Freundliches!
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Da ging ich sonst; ach! zu den Pflanzen flüchtet'
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Ich oft mein Herz, bey ihnen weilt' ich oft,
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Und hing an ihnen; dennoch ruht' ich nie,
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Und meine Seele war nicht gegenwärtig.
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Wie eine Quelle, wenn die jugendliche
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Dem heimathlichen Berge nun entwich,
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Die Pfade bebend sucht, und flieht und zögert,
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Und durch die Wiesen irrt und bleiben möcht',
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Und sehnend, hoffend immer doch enteilt.
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So war ich; aber liebend hat der stolze,
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Der schöne Strom die flüchtige genommen,
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Und ruhig wall' ich nun, wohin der sichre
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Mich bringen will, hinab am heitern Ufer.