Graziella

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Joseph Viktor von Scheffel: Graziella (1856)

1
Leis im feuchten Tau der Nacht
2
Kam der Lenz geschlichen,
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Wo er schritt, ist Grün erwacht
4
Und das Eis gewichen.

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Knaben jubeln durchs Gefild',
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Lassen Drachen fliegen,
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Die sich gaukelnd, windumspielt
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In den Lüften wiegen.

9
Ewig neut den Stoff Natur,
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Neuert auch die Drachen:
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Aus Kanzleimakulatur
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Pflegt man sie zu machen.

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Und mit leichter Schnur gebeut
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Ein Kind den Fabeltieren:
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Einst Scheusale, sind sie heut
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Harmlos und papieren.

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– Wie ich hoch am Kirchenturm
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Jene Drachen schaue,
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Fliegt mein Denken wie im Sturm
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Fern nach andrem Gaue.

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Gleiches Spiel gilt bei Sorrent,
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An Graziellas Arm gelehnt
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Sah ich's oft in Meta.

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Selig wie im Paradies
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Spähten wir nach Napel,
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Nikola der Bruder ließ
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Den Komet vom Stapel.

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Kern und Schweif erglänzt' im Schein
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Untergeh'nder Sonne:
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Küste, Golf, Orangenhain,
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Alles schwamm in Wonne!

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– O Graziella! goldne Zeit,
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Da Geist und Herz noch sprühte:
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Oft hat mir's auf das Haupt geschneit,
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Seit jener Lenz verblühte.

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Und darf ich einst vor deinem Dach
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Spät wied'rum Anker legen:
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Fliegst du wohl selbst als alter Drach'
39
Dem deutschen Freund entgegen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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