Würzburger Festlied

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Joseph Viktor von Scheffel: Würzburger Festlied (1856)

1
Herr Julius Echter von Mespelbrunn,
2
Fürstbischof und Herzog in Franken,
3
Trank seinen Becher Leisten und sprach:
4
»mir kommt ein guter Gedanken:

5
Meine Würzburger Glöcklein
6
Haben schönes Geläut,
7
Und die Würzburger Mägdlein
8
Sind kreuzbrave Leut',

9
Jetzt fehlt nur noch eines:
10
Die Stadt ist zu leer,
11
Ich schaff' etwas Feines:
12
Eine Hochschul' muß her!«

13
Herr Julius Echter von Mespelbrunn,
14
Fürstbischof und Herzog in Franken,
15
Sprach weiter: »Ein deutscher Mann und Christ
16
Denkt auch der Armen und Kranken.

17
Zwar heilt uns am besten
18
Ein fröhlicher Sinn,
19
Und Mainwein und Steinwein
20
Sind auch Medizin.

21
Doch wenn der Mensch krank ist,
22
Wird die Welt ihm zur Qual,
23
Drum stift' ich zur Hochschul'
24
Das Julius-Spital.«

25
Herr Julius Echter von Mespelbrunn,
26
Fürstbischof und Herzog in Franken,
27
Als Domherrngeiz nichts steuern wollt',
28
Tat stramm er sie verzanken:

29
»ihr wollt mich vexieren?!
30
Aus Nichts wird ja Nichts;
31
Tut auf eure Truhen
32
Für Werke des Lichts!

33
Das Hochstift braucht Umgeld
34
Und viel Kapital,
35
Daß Schnabelweid werde
36
Für Schul' und Spital!«

37
Herr Julius Echter von Mespelbrunn,
38
Fürstbischof und Herzog in Franken,
39
Hing stolz den Rektormantel um
40
Mit Purpur und goldenen Ranken;

41
Denn er war ja selber
42
Wohl an die zehn Jahr'
43
In Paris und Pavia
44
Ein tapfrer Scholar.

45
Und was so ein frommes,
46
Bemoostes Haupt schafft,
47
Das hat für die Nachwelt
48
Noch Segen und Kraft.

49
Herr Julius Echter von Mespelbrunn,
50
Fürstbischof und Herzog in Franken,
51
Seit drei Zentennien reift die Frucht
52
Von jenem guten Gedanken.

53
Und die Würzburger Glöcklein
54
Haben schönes Geläut
55
Und die Würzburger Mägdlein
56
Sind kreuzbrave Leut'.

57
Und die Alma Frau Julia
58
Kommt strahlend stolziert:
59
»hoch lebe ein jeder,
60
Der mitjubiliert!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.