Die eiserne Hand

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Joseph Viktor von Scheffel: Die eiserne Hand (1856)

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»urfehde schwört! ansonst ich
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Euch in den Brummturm setz'«,
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Sprach Heilbronns Bürgermeister
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Zum Berlichinger Götz.

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Zu besserm Nachdruck standen
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Den Rathausgang entlang
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Weinschröter, Schmied' und Flözer
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Mit Haken, Spieß und Stang'.

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Doch wie ein Ratsherrnfinger
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Den Hinterhalt winkt vor,
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Hub grimm der Berlichinger
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Die Eisenfaust empor.

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Und still ward's auf den Bänken
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Und still in Saal und Haus:
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In Fingern und Gelenken
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Sah sie so schlagbar aus,

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Als wüchsen nächstens Feigen
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So saftig und kandiert,
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Wie sie noch nie auf Erden
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Ein sterblich Ohr geziert.

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Derweil klang's wie Trompeten
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Vom Neckartor herauf;
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Sickingens Reiter trabten,
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Und Fußvolk kam im Lauf.

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»so seid doch nicht so zornig!«
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Sprach jetzt der Magistrat,
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»es kommt in Stadt wie Land vor,
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Daß man sich mißverstât.

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Wer drohte je mit Brummturm?
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Wir bieten Losament
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Und laden den Herrn Schwager
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Samt Euch zum Traktament.«

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»ah so, liebwerte Nachbarn«,
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Sprach Götz, »viel Dank, ich komm'...
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Der Teufel soll Euch holen,
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Wie seid Ihr plötzlich fromm.

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Mir scheint, die Faust von Eisen
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Bringt Wunderwerk zuweg:
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Wär's ein Glanzleder-Handschuh,
40
Weiß Gott, wo ich heut läg'!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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