Des Klosterkellermeisters Sommermorgenklaggesang

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Joseph Viktor von Scheffel: Des Klosterkellermeisters Sommermorgenklaggesang (1856)

1
Huh weh! mir ist des Tages bang!
2
Tret' ich hinaus in den schweigenden Bergwald,
3
Den kaum das erste Frühlicht erhellet,
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Wehe! noch lagert die Hitze von gestern
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Über versengtem Moos und Gesträuch,
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Und schon umschwirrt mich ein Bremsengesumm,
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Stechend und frech,
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Als ob die Sonne im Mittag ersprühte;
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Klaffende Sprünge spalten das Erdreich,
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Gras dürrt zu Heu, bevor es gemäht ist,
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Und in der Luft schwebt

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Huh weh! mir ist des Tages bang!
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Such' ich beim Stamme der riesigen Buche
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Kühlung auf gröblich behauenem Steinsitz,
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Wo um achteckige Platte des Tisches
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Fröhlicher Waldrast die Brüder oft pflegen:
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Weh! auch der Stein speit glühende Hitze,
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Duldet mich nicht.
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Häher und Spechte und Drosseln, sie lachen,
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Daß ich, kaum niedergelassen, so jählings
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Auf und davon sprang.
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Verschlafene Heuschrecken sitzen im Wege,
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Rühren sich nicht,

24
Huh weh! mir ist des Tages bang!
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Das sind die Zeiten, wo Tier und Menschheit
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Glühheiß schmachten, gleich Eisen im Schmiedherd;
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Träufst du auch Tropfen und Fluten drauf nieder,
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Saugt es sie gierig, doch löscht es nicht.
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Weh! kaum läutet das Frühmorgenglöcklein
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Und schon zwingt mich allmächtige Sehnsucht,
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Eiligst zum Klosterkeller zu wandeln ...
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Ob ich dort harre in trinkender Arbeit,
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Bis sich die Nacht neigt,
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Oder ein läuternd Gewitter am Himmel
35
Diese unendliche Schwüle zerbricht?...
36
Weiß nicht ...
37
Aber mein Durst ist

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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