Die Teutoburger Schlacht

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Joseph Viktor von Scheffel: Die Teutoburger Schlacht (1856)

1
Als die Römer frech geworden,
2
Zogen sie nach Deutschlands Norden,
3
Vorne beim Trompetenschall
4
Ritt der Generalfeldmarschall,
5
Herr Quinctilius Varus.

6
Doch im Teutoburger Walde
7
Huh, wie pfiff der Wind so kalte;
8
Raben flogen durch die Luft
9
Und es war ein Moderduft
10
Wie von Blut und Leichen.

11
Plötzlich aus des Waldes Duster
12
Brachen krampfhaft die Cherusker;
13
Mit Gott für Fürst und Vaterland
14
Stürmten sie von Wut entbrannt
15
Gegen die Legionen.

16
Weh! das ward ein großes Morden.
17
Sie erschlugen die Kohorten;
18
Nur die römische Reiterei
19
Rettete sich noch ins Frei',
20
Denn sie war zu Pferde.

21
O Quinctili, armer Feldherr!
22
Dachtest du, daß so die Welt wär'?
23
Er geriet in einen Sumpf,
24
Verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
25
Und blieb elend stecken.

26
Da sprach er voll Ärgernussen
27
Zum Centurio Titiussen:
28
»kamerade, zeuch dein Schwert hervor
29
Und von hinten mich durchbohr',
30
Da doch alles futsch ist.«

31
In dem armen römischen Heere
32
Diente auch als Volontäre
33
Scävola, ein Rechtskandidat,
34
Den man schnöd gefangen hat,
35
Wie die andern alle.

36
Diesem ist es schlimm ergangen;
37
Eh' daß man ihn aufgehangen
38
Stach man ihn durch Zung' und Herz,
39
Nagelte ihn hinterwärts
40
Auf sein Corpus Juris.

41
Als die Waldschlacht war zu Ende,
42
Rieb Fürst Hermann sich die Hände,
43
Und um seinen Sieg zu weihn,
44
Lud er die Cherusker ein
45
Zu 'nem großen Frühstück.

46
Nur in Rom war man nicht heiter,
47
Sondern kaufte Trauerkleider.
48
G'rade als beim Mittagmahl
49
Augustus saß im Kaisersaal,
50
Kam die Trauerbotschaft.

51
Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
52
Ein Stück Pfau im Halse stecken,
53
Dann geriet er außer sich
54
Und schrie: »Varus, Fluch auf dich!

55
Sein deutscher Sklave, Schmidt geheißen,
56
Dacht': »Ihn soll das Mäusle beißen,
57
Wenn er sie je wieder kriegt,
58
Denn wer einmal tot da liegt,
59
Wird nicht mehr lebendig.«

60
Und zu Ehren der Geschichten
61
Tat ein Denkmal man errichten,
62
Deutschlands Kraft und Einigkeit
63
Verkündet es jetzt weit und breit:
64
»mögen sie nur kommen!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.