Das Megatherium

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Joseph Viktor von Scheffel: Das Megatherium (1856)

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Was hangt denn dort bewegungslos
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Zum Knaul zusammgeballt
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So riesenfaul und riesengroß
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Im Ururururwald?
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Dreifach so wuchtig als ein Stier,
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Dreifach so schwer und dumm –
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Ein Klettertier, ein Krallentier:
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Das Megatherium!

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Träg glotzt es in die Welt hinein
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Und gähnt als wie im Traum,
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Und krallt die scharfen Krallen ein
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Am Embahubabaum.
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Die Früchte und das saftige Blatt
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Verzehrt es und sagt: »Ai!«
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Und wenn's ihn leer gefressen hat,
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Sagt's auch zuweilen: »

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Dann aber steigt es nicht herab,
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Es kennt den kürzern Weg:
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Gleich einem Kürbis fällt es ab
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Und rührt sich nicht vom Fleck.
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Mit rundem Eulenangesicht
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Nickt's sanft und lächelt brav:
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Denn nach gelungener Fütterung kommt
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Als Hauptarbeit der Schlaf.

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... O Mensch, dem solch ein Riesentier
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Nicht glaublich scheinen will,
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Geh nach Madrid! dort zeigt man dir
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Sein ganz Skelett fossil.
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Doch bist du staunend ihm genaht,
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Verliere nicht den Mut:
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So ungeheure Faulheit tat
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Nur

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Du bist kein Megatherium,
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Dein Geist kennt höhere Pflicht,
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Drum schwänze kein Kollegium
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Und überfriß dich nicht.
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Nütz' deine Zeit, sie gilt statt Gelds,
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Sei fleißig bis zum Grab,
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Und steckst du doch im faulen Pelz,
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So fall' mit Vorsicht ab!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Victor von Scheffel
(18261886)

* 16.02.1826 in Karlsruhe, † 09.04.1886 in Karlsruhe

männlich, geb. Scheffel

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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