Der Winter

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Friedrich Hölderlin: Der Winter (1826)

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Jetzt komm und hülle, zaubrischer Phantasus,
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Den zarten Sinn der Frauen in Wolken ein,
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In goldne Träum' und schütze sie, die
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Blühende Ruhe der Immerguten.

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Dem Manne laß sein Sinnen und sein Geschäft
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Und seiner Kerze Schein und den künft'gen Tag
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Gefallen, laß des Unmuths ihm, der
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Häßlichen Sorge zu viel nicht werden,

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Wenn jetzt der immerzürnende Boreas,
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Mein Erbfeind, über Nacht mit dem Frost das Land
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Befällt, und spät, zur Schlummerstunde,
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Spottend der Menschen, sein schrecklich Lied
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singt,

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Und unsrer Städte Mauern und unserm Zaun,
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Den fleißig wir gesetzt, und den stillen Hain
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Zerreißt, und selber im Gesang die
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Seele mir störet, der Allverderber.

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Und rastlos tobend über den sanften Strom
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Sein schwarz Gewölk ausschüttet, daß weit umher
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Das Thal gährt und, wie fallend Laub, vom
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Berstenden Hügel herab der Fels fällt.

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Wohl frommer ist, denn andre Lebendige,
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Der Mensch; doch zürnt es draußen, gehört er
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auch
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Sich eigner an und sinnt und ruht in
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Sicherer Hütte, der Freigeborne.

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Und immer wohnt der freundlichen Genien
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Noch einer gerne segnend mit ihm, und wenn
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Sie zürnten all', die ungelehr'gen
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Geniuskräfte, doch liebt die Liebe.

(Hölderlin, Friedrich: Gedichte. Stuttgart u. a., 1826.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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