Seht! die Gipfel färben sich

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Gustav Schwab: Seht! die Gipfel färben sich Titel entspricht 1. Vers(1821)

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Seht! die Gipfel färben sich
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Mit der ersten Morgenhelle,
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Drunten noch in Nacht gehüllt
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Liegt des Abtes feste Zelle,
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Wo der finstre Vogt ihm hauset,
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Der den Bauern hält als Knecht;
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Doch der Herr sitzt in Sankt Gallen
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Und verschließt sein Ohr dem Recht.

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Aber von den Bergen steigt
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Nieder auf den Felsenstegen
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Rüstig Sennenvolk ins Thal,
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Aus den Hütten hochgelegen;
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Und die in der Tiefe wohnen
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Harren schon auf grünem Plan;
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So, indem der Dränger schlummert,
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Bricht der Tag der Freiheit an.

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Arme Hintersassen sind's,
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Lassen ihrer doch nicht spotten.
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Wie sie kommen, Dorf um Dorf,
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Stellen sie sich auf in Rotten.
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Ohne Namen und Geschlechter,
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Ohne Brauch und Obrigkeit,
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Doch beginnen sie zu tagen,
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Denn sie lehrt's die schlimme Zeit.

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Eines Haupt sieht man im Kreis
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Ueber andre Häupter ragen,
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Der die grausten Locken hat,
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Der viel weiß aus alten Tagen,
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Der die Freiheit jung gesehen
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Drüben ob und nid dem Wald: –
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»ihr sollt die Gemeinde führen«
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Ruft das Volk, »Herr

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Und es nimmt der Greis das Wort:
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»wer zu klagen hat, der klage!
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Wem der Herr ein Leid gethan,
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Wen ein Vogt gekränkt, er sage!
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Was wir schuldig sind zu leisten,
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Geben wir dem Abte gern,
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Unrecht mögen wir nicht dulden,
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Nicht vom Diener, noch vom Herrn!«

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Hundert Stimmen wurden laut,
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Murrten, wie des Flusses Wellen,
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Daß der Vogt im Schlafe dacht':
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Ist die Sitter
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Doch er schlummert fort im Schlosse,
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Und zur Stille mahnt der Greis!
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Der nur soll zum Volke reden,
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Der gewisse Kunde weiß.

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Alsbald hebet Einer an
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Wie dort Abt und Probst es treiben:
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Gehn auf Fisch- und Vogelfang,
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Mögen nicht im Kloster bleiben.
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Und ein Andrer hat's gesehen:
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Bei den ehrenwerten Frau'n,
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Läßt der Abt im heil'gen Münster
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Seiner Kammer Metze schau'n.

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Anderhalde sprach, der Greis:
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»möget ihr ihn drüber richten?
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Solches sündigt er dem Herrn,
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Mahn' ihn der an seine Pflichten!
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Kümmert's uns, wenn hinter'm Berge
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Einer lebt im wilden Braus?
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Bleibe rein nur
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Heilig

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Darum bringet andres vor:
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Wem ward Gut und Blut beleidigt?
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Wer bedarf's, daß gegen Schmach
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Ihn der Brüder Arm vertheidigt?«
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Und zween Männer traten klagend
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Vor das Volk, in bittrem Leid;
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Blut'ge Wunden trug der Eine,
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Und der Andr' ein Trauerkleid.

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»meint ihr,« schrie der Erste laut,
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»daß ich trage Schwertes Wunde?
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Vor dem Helfenberger Schloß
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Hetzt' auf mich der Probst die Hunde!
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Jagen fand er mich im Walde,
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Rief erbost: Die Birsch' ist mein,
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Und der Bauer soll mir frohnen,
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Soll nicht selber Jäger sein.

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Und der Edelleute Troß,
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Die ihn trotziglich umringen,
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Pfeifen seinen Doggen bald,
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Daß sie mich zu Boden zwingen.
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In der Nacht bin ich geflohen,
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Wie ein scheues Wild gejagt;
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Macht er uns zum Thier des Waldes?
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Das sei Gott und euch geklagt!«

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Der im Trauerkleide sprach:
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»rettet mir des Hauses Ehre!
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Wer da lebt, der wehret sich,
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Tote nur sind ohne Wehre.
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Nicht mehr sicher in der Erde
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Sind sie vor der Vögte Wut;
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Meines Vaters Leiche rufet
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Laut, wie dieses Mannes Blut.«

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Als im kühlen Boden wir
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Gestern ihn mit Leid begraben:
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Kömmt der Vogt von Schwendi her,
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Will des Alten Leibrock haben.
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Ihm gebühret, spricht er trotzig,
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Jedes Toten bestes Kleid. –
103
»herr! wir haben ihn im Sarge
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Mit geschmückt, es ist uns leid!

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Und der Grimme geht an's Grab,
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In dem Herzen hegt er Arges,
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Läßt den Boden wühlen auf,
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Zerrt am Deckel seines Sarges,
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Oeffnet, zwingt den starren Vater
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Noch einmal ans Tageslicht.
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Zieht dem Leichnam ab die Hülle
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Vor der Kinder Angesicht!«

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Mit Entsetzen horcht das Volk,
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Aber eh' den Spruch es waget,
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Theilt ein Weib der Männer Kreis:
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»hört mich,« schreit sie, »weil ihr taget!
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Wär' ein Bote mir geblieben,
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Hätt' ich gern euch den gesandt;
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Doch es liegt mein Mann ermordet,
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Und mein Söhnlein ist verbrannt!

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Frisch und fröhlich war der Mann,
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Mocht' ein keckes Wörtlein sagen:
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Sieh! von Bußnang kommt der Probst
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Grimm zu Roß, läßt ihn erschlagen;
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Heißt mich aus der Hütte treiben,
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Hinter mir liegt Haus und Kind.
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Jetzt erst wirft er drein die Flamme,
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Daß die Asche fliegt im Wind!

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Gott des Zorns, gieb Manneskraft
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Meinem Arm zu meinen Schmerzen,
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Oder gieb, barmherz'ger Gott,
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Diesen Männern Mutterherzen!
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Daß die Väter in dem Lande
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Mögen sprechen frei und warm,
135
Daß die Mütter können lächeln,
136
Ihre Kinder auf dem Arm!«

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Als das arme Weib so sprach,
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Huben sie den Arm, den straffen;
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Und errötend rief der Greis:
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»männer, sagt, wo habt ihr Waffen?«
141
»seid getrost, Herr Anderhalde!
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Haus und Stall sind voll davon:
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Bickelhauben, Hellebarden,
144
Panzer harren lange schon!«

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Und er sprach: »So komm' hervor,
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Steige hinter unsern Bergen,
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Die du Mord und Brand geschaut,
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Und den Gräuel an den Särgen,
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Zeuge für uns, Gottes Sonne,
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Daß der Krieg nicht unsre Schuld,
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Denn die wilden Frevel rissen
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Aus der Seele die Geduld!«

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Bald sind's keine Hirten mehr,
154
Blanker Harnisch glänzt an allen,
155
Und der Greis eilt durch den Wald
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Zu den Freunden in Sankt Gallen:
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Die gen Bußnang, die zur Zelle,
158
Scharen klimmen hier und dort,
159
Morgen vor dem Helfenberge
160
Sagen sie dem Probst ein Wort.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Schwab
(17921850)

* 19.06.1792 in Stuttgart, † 04.11.1850 in Stuttgart

männlich, geb. Schwab

deutscher Gymnasiallehrer, evangelischer Pastor, Schriftsteller und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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