Theophorus

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Gustav Schwab: Theophorus (1821)

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Der Vogt im römischen Reich, Trajan,
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Hatt' sich den Osten unterthan,
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Sein Schwert erwarb ihm stolzes Lob;
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Da ward er übermütig drob,
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Meinte, zu seines Sieges Lauf
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Noch fehle der gottsel'ge Hauf
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Der Christen: wäre der bezwungen,
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Würd' ihm erst ein Triumph gesungen!

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Durch Syrien er dräuend zog,
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Unter der Teufel Dienst sie bog;
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Für seine Götter ging er werben,
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Wer nicht wollt' opfern, mußte sterben.
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Zuletzt in Antiochia
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Vor seinen Richterstuhl man sah
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Geschleppt Ignaz, den Gottesträger,
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Im Silberhaar des Häufleins Pfleger.
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Als er nun vor dem Kaiser stand,
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Zornig der reckt' empor die Hand,
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Und sprach: »Wer bist du, böser Geist,
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Der sündiget und sünd'gen heißt
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Wider mein Wort, das Not und Tod
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Den Feinden unsrer Tempel droht?«
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Der Greis schaut' auf, er zagte nicht,
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Er zeigt ein Engelsangesicht,
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Und lächelnd sprach er: »Seit wann heißt
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Ein Gottesträger ein böser Geist?«
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»ein Gottesträger,« frug Trajan,
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»was mag ein solcher sein, sag' an!«
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Der aber sprach: »Ein solcher ist,
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Wer trägt im Herzen Jesum Christ!«

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Und zorniger Trajanus rief:
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»meinst du, wir Römer trügen tief
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Nicht auch die Götter im Gemüte,
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Wir, denen Sieg leiht ihre Güte?
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Drum leuchtet uns auch holden Blicks
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Zeus an, der Herr des Weltgeschicks.
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Doch dein Gott ist ein Bild der Strafe,
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Ist ein an's Kreuz geschlagner Sklave!
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Sieh Jenen stehn hoch auf Altären,
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Hör' auf, den Schächer zu verehren!«

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Ignaz sprach: »Deines Götzen Blick
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Lenkt nimmer, glaub' mir, das Geschick;
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Doch einen Blick ganz andrer Art
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Hab' ich von
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Hätt' er dich angeblickt, wie
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Du dientest jetzt ihm sicherlich!«

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Der Kaiser höhnte: »Thor, wann bist
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Zusammentroffen du mit Christ?
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Wie freche Knecht' hat er geblickt,
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Und ward, wie sie, zum Tod geschickt!
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Der Frevler starb vor achtzig Jahren,
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Wie hättst

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»und doch hat er mich angeschaut,«
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Sprach drauf der Greis getrost und laut.
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»wohl ist es mehr denn achtzig Jahr,
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Doch steht er vor mir wunderklar.
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Von so viel tausend Lebensbildern
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Wüßt' keines ich so hell zu schildern,
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Voll Gegenwart, so stralenhell!«

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Verdrossen schrie Trajan: »sprich schnell!«

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Er drauf: »Mit einem Zug des Heers
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Lag als ein Kriegshauptmann Tibers
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Mein Vater in der Juden Stadt,
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Und mich, ein Knäblein, bei sich hatt'.
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Ich war ein fröhlich Kinderblut,
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Mit andern Knaben wohlgemut
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Sprang ich die Straßen ein und aus
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Um Salomonis hohes Haus.

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Da hörten vor der Marmorhalle
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Wir sprechen einst mit lautem Schalle.
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Es stand viel Volks im Kreise dort
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Und lauscht' auf eines Mannes Wort,
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Der predigte so allgewaltig,
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Daß alles Volk, gar mannichfaltig,
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Aufhorchte, schlug an seine Brust,
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Und Buße that in Angst und Lust.
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Wir Kinder standen alle still,
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Wir wußten keines, was er will.
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Ich Heidenkind am mindesten,
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Doch freut' ich mich am kindesten
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Ob der erhabenen Gestalt
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Und wie sein Wort so tönend hallt'.

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Zwölf bärt'ge Männer um ihn waren,
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Da faßt' ich mir, so jung an Jahren,
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Dennoch ein Herz, stieß einen an,
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Sprach: »Laß mich zu dem frommen Mann!«
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Der aber brummt' uns finster zu:
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Laß, Kindervolk, den Herrn in Ruh'!

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Da hat der Meister es gehört,
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Doch er blieb freundlich, unverstört,
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Zween Schritte that er mildiglich,
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Beugt sich zum Boden, fasset mich,
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Wiegt mich auf seinen sanften Armen
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Mit einem göttlichen Erbarmen,
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Er schwingt sich aufrecht in die Runde,
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Mein Lockenkopf an seinem Munde,
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Mein Aug' an seines Auges Stral,
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So neigt' er mich dem Volk zu Thal,
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(sein schlanker Wuchs ragt' über alle)
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Und sprach mit flötensüßem Schalle:
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»lasset die Kindlein zu mir kommen,
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Sie sind vom Vater aufgenommen;
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Und solcher ist das Himmelreich.
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Drum werdet diesen Kindlein gleich.
105
Ja wollet ihr nicht Kinder sein,
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Wahrlich, ihr kommet nicht hinein!«

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Drauf küßte mich sein holder Mund,
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Sein Blick drang in der Seele Grund,
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Durch meine Locken fuhr sein Finger,
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Dann gab er mich dem bärt'gen Jünger,
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Der ward ganz Güt' und Freundlichkeit
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Und stellte sorglich mich beiseit.

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Ein Jahr ging um, da trat mit Schmerzen
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Mein Vater, tief entsetzt, voll Graus,
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Von seiner Wacht am Kreuz in's Haus,
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Und rief: »Ein Frommer, auserlesen,
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Ist er, ist Gottes Sohn gewesen!«
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Da sag' ich, wie mir's gangen ist;
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Bald beide dienten wir dem Christ,
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Ich bis zu diesen alten Tagen,
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Ein Gottesträger, gottgetragen,
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So wie er wollte stets gesinnt,
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Ein für sein Reich bewahrtes Kind.
124
Wie weiht' ich ihm nicht mein Geschick,
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Der auf mich senkte Gottes Blick?
126
Sollt' ich nicht Ihn im Herzen tragen,
127
Der um mich Gottes Arm geschlagen?«

128
Der Kaiser hatte zugehört; –
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Dem Schatten gleich, den man beschwört,
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Stieg vor ihm auf des Meisters Bild,
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Ein Kind auf hohem Arme mild.
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Doch schloß zu fest des Panzers Erz
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Sich an sein kaltes Römerherz.
134
Da schrie sein Heer: »Fort mit dem Christen!
135
Zur Thierhatz mit dem Atheisten!«

136
Trajanus winkt'; auf sein Geheiß
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Mit Stricken band man fest den Greis;
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Zehn Knechte wild, wie Leoparden,
139
Mit vorgestreckten Hellebarden,
140
Die führten ihn zu Schiff gen Rom,
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Landeten dort am Tiberstrom.
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Die Rennbahn sah er schon sich füllen,
143
Hungrige Löwen hört' er brüllen.
144
Geduldig schritt er durch den Schwarm:
145
»christ, nimm dein Kindlein auf den Arm!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Schwab
(17921850)

* 19.06.1792 in Stuttgart, † 04.11.1850 in Stuttgart

männlich, geb. Schwab

deutscher Gymnasiallehrer, evangelischer Pastor, Schriftsteller und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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