An Fouqué

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Gustav Schwab: An Fouqué (1821)

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O willkommen, lieber Sänger,
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Trittst du unverletzt herein?
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Darf es uns hinfort nicht länger
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Bang um dich im Herzen sein?

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Ja, wir wissen's, heiß in Liedern
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Hast du nach dem Tod begehrt;
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Doch der Himmel, wohl uns Brüdern!
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Hat den ersten Wunsch verwehrt.

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Freilich, schön bedäucht es Allen,
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Wäre nach der deutschen Schlacht
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Jeder Held, der drin gefallen,
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Dort bei

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Freilich, einen edlern Toten
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Kann der Väter sel'ge Hand
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Nicht erwinken sich zum Boten
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Vom befreiten Vaterland.

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Droben ständ'st du, aus der Wunde
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Strömt' ein heil'ger Stral von Blut,
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Und aus deinem Liedermunde
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Lobgesang auf deutschen Mut.

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Doch sie wissen's lange droben,
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Engel thaten's ihnen kund,
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Und ein Jauchzen und ein Loben
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Schüttert durch des Himmels Rund.

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Und die alten Preußendichter,
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Voller, als sie's hier gethan,
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Schlagen jubelnd vor dem Richter
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Ihre deutschen Harfen an.

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Bleibe du noch der Lebend'gen,
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Edler Freiherr, Trost und Licht!
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Hilf den Argen ferner bänd'gen,
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Wie durchs Schwert einst, durchs Gedicht!

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Warte, bis der goldne Friede
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Unser deutsches Land begrüßt,
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Feire den erst noch im Liede,
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Bis dich später Schlummer küßt.

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Früh genug, den du gesungen,
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Weckt der große Karl dich dort,
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Folko hält dich treu umschlungen,
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Sigurd beut den reichen Hort.

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Alt und junge deutsche Brüder
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Freun sich dort bei deinem Sang;
43
Alle sehn wir da dich wieder;
44
Bleibe nur – es ist nicht lang!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Schwab
(17921850)

* 19.06.1792 in Stuttgart, † 04.11.1850 in Stuttgart

männlich, geb. Schwab

deutscher Gymnasiallehrer, evangelischer Pastor, Schriftsteller und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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