Zum 17. Februar 1822

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Gustav Schwab: Zum 17. Februar 1822 (1821)

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Seine Hoffnung und sein Sehnen
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Ist's, was an der Liebsten Fest
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Unter Seufzern, unter Thränen,
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Jünglings Leier tönen läßt.
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Wer in seines Weibes Arme,
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Zwischen Kinderwiegen, ruht,
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Wie kann der von Liebesharme
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Singen und von Sehnsuchtsglut?

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Aber – Miteinander lieben
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Lohnt es keinen Leierklang?
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Weil die Blüte Frucht getrieben,
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Tönt vom Baum kein Vogelsang?
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Anders mag das Lied erschallen,
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Aber jubeln wird es doch.
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Frühling würde nicht gefallen,
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Folgte nicht ein Sommer noch.

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Miteinander zu erstreben,
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Miteinander zu verstreun,
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Und zu nehmen, und zu geben,
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Und nach Leide sich zu freun;
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Miteinander zu verlachen
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Stolz und Geiz der armen Zeit,
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Eins das Andre zu bewachen
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In dem Strom der Eitelkeit; –

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Miteinander zu entbrennen,
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Wo's die höchsten Güter gilt,
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Eins des Andern Herz zu kennen,
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Das von Freiheitsliebe schwillt,
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Aus der tücht'gen Kinder Augen
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Jugendlust und Hoffnungsmut,
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Und fürs Alter Trost zu saugen,
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Und zu flehn zum höchsten Gut; –

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Miteinander so zu pflegen
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Jeden irdischen Gewinn,
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Daß sich kehrt beim Erdensegen
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Zu dem ew'gen Heil der Sinn;
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Wenn am freudenreichen Morgen
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Solch Gefühl ist Liedes werth:
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Nun, so bleib' es nicht verborgen,
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Ström' es aus am eignen Herd!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Schwab
(17921850)

* 19.06.1792 in Stuttgart, † 04.11.1850 in Stuttgart

männlich, geb. Schwab

deutscher Gymnasiallehrer, evangelischer Pastor, Schriftsteller und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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