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Rasend am Altar des Feuers
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Ormuzd Priester war geworden;
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Aber als der Morgen helle
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Gülden aus dem Osten blickte,
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Kehrte Ruh in seine Seele.
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Laut rief er dem Opferknaben:
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»siehe wie der Morgen pranget.
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Licht hat endlich obgesieget,
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Siegend werden nie zur Erde
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Wieder sich die Schatten senken.«
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Trost erfüllet sprachs der Alte,
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Kniete nieder am Altare,
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Betend auf zum Gott de Lichtes
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Preißend ihn, des frohen Sieges,
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Angethan in hellen Kleidern
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Zwölf der Stunden täglich feiern.
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Aber als die Zwölf im Weste
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Trübe sich begunt zu färben,
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Leis verglomm im Abendstrahle,
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Ormuzd Priester ward da stille,
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Sorgend blickt er auf zum Himmel
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Forschend was die Zeit gewähre. –
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Dunkel kam heran geschritten,
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Zagend streift es, blaß und ängstlich,
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Muthig ward's dann, dehnt sich mächtig,
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Wuchs und deckt mit Riesengliedern
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Siegreich bald die niedren Thäler,
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Reiht sich um den Stern des Tages,
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Drängt ihn hastig hin zum Weste. –
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Ormuzd Priester rief der Sonne,
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Tapfer sich im Kampf zu zeigen,
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Heftig rief er, Wahnsinn betend.
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Aber das Gestirn des Lichtes
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Bettet sich im Weste stille.
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Rasend, zitternd, sah's der Alte
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Raffte sich empor vom Boden
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Eilte nach dem nahen Meere. –
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Glänzend aus der Fluthen Spiegel
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Luna kam heraufgeschritten;
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Feucht ihr Haar, vom Meer noch träuflend,
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Thaubeglänzet ihre Wange,
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Blickte sie zur Erde nieder.
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Da ergrimmte Ormuzd Priester,
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Nahm den Bogen, nahm die Pfeile,
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Eilte zu des Felsen Gipfel,
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Achtet nicht der schroffen Höhe,
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Drunten nicht des Meeres Brausen,
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Nimmt der Pfeile schärfsten, zielet
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Hoch zum Mond, dem Herz der Nächte;
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Schwirrend reißt ihn da die Senne
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Seines Bogens hin zur Tiefe,
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Sterbend büßt er sein Erkühnen. –
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Mitleidsvoll ihm Mitra lächlet;
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Aber gütig nimmt das Dunkel
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Auf in seinem heil'gen Schooße
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Freundlich den verirrten Kranken,
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Daß im Arm der Mitternächte
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Schweren Wahnsinns er genese.