O Bruder, mir entzogen

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August Wilhelm Schlegel: O Bruder, mir entzogen Titel entspricht 1. Vers(1802)

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O Bruder, mir entzogen
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Durch fremder Länder Weiten,
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So ungern eingebüßt!
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Hat mich der Wunsch betrogen,
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Dich immer zu begleiten
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In Wißenschafts-Bezirken,
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Und in der Kunst Gefilden
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Gemeinsam stets zu bilden:
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Sei mir auch so gegrüßt!
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Obwohl gesellig Wirken
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Die Tage mehr versüßt.

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Du folgest deinen Zielen,
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Und jedes Unternehmen
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Des Forschersinns ist dein.
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Uns gilt kein müßig Spielen:
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Die schwache Zeit beschämen
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Kann nur ein mächtig Streben;
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Drum nährst du dich, der Starke,
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Mit aller Zonen Marke
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Und saugst die Vorwelt ein.
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So muß ein vielfach Leben
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In deiner Brust gedeihn.

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Derweil dich Morgenblüthe,
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Medschnuns und Leila's Liebe
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In Persiens Gärten zieht;
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Und schon dich dein Gemüthe
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Hinlockt mit kühnerm Triebe,
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Gleich weltumfahrnen Schiffern,
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Zu lauschen, wie am Ganges
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Getönt voll sel'gen Klanges
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Manch indisch Blumenlied,
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Und Weisheit zu entziffern
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Aus heiliger Sanskrit:

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Hält auf Hispaniens Fluren
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An Manzanares Ufer
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Mein Calderon mich fest.
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Fantastischer Naturen
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Viel Labyrinthe schuf er,
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Doch triumphier'nder ringen
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Die Lieder noch, entschleiert
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Mysterien er, und feiert
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Sein Phönix-Opferfest;
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Daß mich ihm nachzusingen
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Die Sehnsucht nie verläßt.

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Und was wir beide ernten
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Dem andern aufzuspeichern,
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Ist uns willkommne Pflicht.
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So mögen wir Entfernten
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Einander doch bereichern.
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Wie uns Natur gepaaret,
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Als Brüder uns gesendet,
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Und diesem mehr gespendet
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Was jenem mehr gebricht:
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Das hat mir offenbaret
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Jüngsthin ein Traumgesicht.

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Mir war, als hielt' zusammen
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Uns Eine Rind' umschloßen
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In hoher Baumgestalt.
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Das Blut, von dem wir stammen,
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Fühlt' ich, durch uns ergoßen,
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In allen Pulsen rege;
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Wie einst die umgeschaffne
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Lorbeer-umgrünte Daphne
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Gefühlt der Wurzeln Halt,
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Da noch des Busens Schläge
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Den weichen Bast durchwallt.

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Und in dem engen Düster
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War mir's, als ob mein Reden
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In eins mit deinem schmolz.
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Es wollte solch Geflüster
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Uns wechselnd überreden
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Zu theilen unsre Kräfte.
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Ich sagte: Laß die Wurzeln
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Fest in den Boden wurzeln
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Zu gründen unser Holz.
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Du sagtest: Treib die Säfte
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Hinan zum Wipfel stolz.

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Alsbald begann ein Brausen,
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Ein Kreißen wurde munter
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In Adern unsers Baums.
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Du senktest ohne Grausen
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Dich in die Nacht hinunter,
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Und fandst den Weg ohn' Augen
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Durch ehrne Felsenklammern
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Zu kühler Waßer Kammern
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Voll eisenschwangern Schaums.
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Mich labte mit das Saugen
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Des letzten Fasernsaums.

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Ich aber ließ zum Gipfel
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Empor die Keime sproßen
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In heitrer Füll' umlaubt.
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So schlang sich dicht der Wipfel
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Aus Aesten, Zweigen, Sproßen;
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Den Sternen, Mond und Sonne,
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Den Lüften, Thau und Regen,
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Streckt' ich die Arm' entgegen,
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Und liebevoll das Haupt.
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Du fühltest mit die Wonne,
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Wie ich entzückt geglaubt.

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Wir dachten froh: solch Walten
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Der Eintracht soll uns schirmen,
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Daß nie die Pflanz' erkrankt;
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Es wird kein Blitz sie spalten,
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Sie sinkt vor keinen Stürmen,
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Und hören wir den Schatten
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Von manchem Wandrer loben,
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So spricht ein Wehn von oben,
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Das säuselnd niederwankt:
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Der Geister inn'gem Gatten
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Wird solcher Wuchs verdankt.

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O Bruder! wie verbündet
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Wir schon so gut gerungen,
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Daß nur der Neid es schilt;
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Uns tiefer stets gegründet,
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Uns höher stets geschwungen,
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Uns weiter stets gebreitet,
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Zwar mit getheilter Stärke,
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Doch dienend Einem Werke:
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Sagt es dir jenes Bild?
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Ich habe mir's gedeutet,
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Daß dieß auch ferner gilt.

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Laß uns auf Fahrten denken,
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Um Bahnen aufzuspüren
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Im offnen Ocean.
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Du sollst das Steuer lenken,
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Du sollst das Senkblei führen,
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Und auf die Nadel blicken;
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Ich will die Anker lichten,
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Ich will die Segel richten;
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Wenn Stürm' und Wolken nahn,
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Seh' ich, was sie uns schicken,
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Den flücht'gen Wimpeln an.

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Wenn wir dann glücklich landen
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An eines Eilands Küsten,
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Dem laue Düft' entwehn,
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Erspähn wir, was vorhanden
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In seinen holden Wüsten.
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Ich Blum' und Kraut der Fluren,
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Und Wild und bunt Gefieder;
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Du läß'st zum Erze nieder
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Die Wünschelruthe gehn,
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Und kannst der Vorzeit Spuren
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Im Steingepräge sehn.

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Zur Heimat endlich eilend
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Soll ruhig uns erfreuen
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Jeglicher Müh' Ertrag.
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Auch hier die Sorgen theilend,
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Will ich die Saaten streuen,
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Will Gärtner, Winzer werden,
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Und gern der Reben warten;
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Du thust indeß im harten
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Gesteine manchen Schlag,
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Und förderst aus der Erden
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Edles Metall zu Tag.

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Das giebst du meinen Händen,
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So bild' ich künstlich Schalen
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Und Trinkgefäße draus.
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Wenn an des Hügels Wänden
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Die Trauben purpurn strahlen,
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Sollst du sie überkommen.
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Dir gährt der Most im Keller,
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Und sprudelt er nun heller,
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Dann bringst du ihn heraus.
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Ihr Freunde, seid willkommen
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Zum festlich frohen Schmaus!

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O Lust des edlen Schaffens!
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O Wonne, nie zu schätzen,
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Des freien Geistvereins!
169
Statt des Zusammenraffens
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Von todten ird'schen Schätzen
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Die Gottheit zu erkunden
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In Welten und Naturen,
173
Der Dinge Signaturen,
174
Wie alles ewig eins.
175
Dieß Thun zu allen Stunden
176
Sei deines so wie meins.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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