Einsam in der Felsenhöhle

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August Wilhelm Schlegel: Einsam in der Felsenhöhle Titel entspricht 1. Vers(1787)

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Einsam in der Felsenhöhle,
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Tiefen Ernst in keuscher Seele,
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Wohnte Phöbus Priesterin.
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Oft, in stiller Nächte Hüllen,
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Nahte sich der Gott Sibyllen,
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Zu erleuchten ihren Sinn.

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Staunend fiel sie vor ihm nieder,
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Ihr erschauerten die Glieder,
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Die der hohe Gast durchdrang.
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Und sie öffnete die Lippen,
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Und es schollen rings die Klippen
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Von prophetischem Gesang.

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Auf geweihte Palmenblätter
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Grub sie dann den Spruch der Götter,
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Von Apoll ihr offenbart.
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Vieler Menschen Söhne kamen,
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Fragten, lasen, und vernahmen,
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Was der Zukunft Schooß bewahrt.

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Aber öfters fuhr der Flügel
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Eines Sturmwinds, trotz dem Riegel
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Ihrer Pforte, durch die Gruft,
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Ach, und riß die leichten Blätter
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Ohne Schutz und ohne Retter
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Sausend in die öde Luft.

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Die Prophetin, unbekümmert
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Um ihr Werk, vom Sturm zertrümmert,
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Haschte keines je zurück.
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Wer von ihr in bangen Nöthen
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Trost gehofft und Trost gebeten,
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Fluchte dann auf sein Geschick.

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Weisheit läßt mit sich nicht scherzen;
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Menschen, haltet fest im Herzen
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Die Orakel der Vernunft.
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Weh, wenn vor der Lüste Toben
35
Maß und Ordnung weggestoben!
36
Hoffet keine Wiederkunft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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